BayernLB Bank will Schadenersatz

Für den Vorstand der BayernLB steht fest: Faltlhauser und Naser haben einst "grob fahrlässig" gehandelt. Jetzt sollen sie für den Kauf der Hypo Alpe Adria zahlen.

Der frühere Finanzminister Kurt Faltlhauser und der ehemalige Sparkassenpräsident Siegfried Naser, beide CSU, sollen für das Milliarden-Desaster von Bayerns Landesbank bei der österreichischen Hypo Alpe Adria Schadenersatz zahlen.

Wenn es nach dem Vorstand der BayernLB geht, soll auch der ehemalige Finanzminister Kurt Faltlhauser Schadenersatz für den Kauf der HGAA zahlen.

(Foto: dpa)

Der Vorstand der BayernLB ist zu der Ansicht gelangt, Naser und Faltlhauser hätten als Chef beziehungsweise Vizechef des Verwaltungsrats der Staatsbank beim Kauf der Hypo Alpe Adria im Jahr 2007 ihre Aufsichtspflichten "grob fahrlässig" vernachlässigt. Sie müssten deshalb für das Debakel der Landesbank in Österreich haften.

Nach Angaben aus Kreisen von Beteiligten an diesem Verfahren will BayernLB-Vorstandschef Gerd Häusler auf alle Fälle gegen Naser und Faltlhauser vorgehen. Ein entsprechender Beschluss des Bankvorstands stehe noch aus, aber die Tendenz sei eindeutig.

Andere prominente CSU-Politiker wie Erwin Huber und Günther Beckstein sowie Georg Schmid, Fraktionschef der Regierungspartei im Landtag, kommen ungeschoren davon. Sie haben nach Ansicht der Bank ebenfalls Fehler gemacht, aber nicht grob fahrlässig gehandelt.

SPD und Grüne begrüßen das geplante Vorgehen gegen Naser und Faltlhauser. Das sei ein Erfolg für den auf Betreiben der Opposition im Landtag eingesetzten Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Landesbank-Affäre.