Allgäu-Airport wird fünf Jahre alt Stündlich vom Allgäu-Airport nach München

Gabriela Schimmer-Göresz glaubt sogar, dass der Flughafen die heimische Wirtschaft schwäche: "Jetzt fliegen die wohlhabenden Leute nach Berlin oder London und gehen da shoppen." Flughafen-Geschäftsführer Ralf Schmid widerspricht: "Wir sind der Incoming-Flughafen Bayerns geworden." In den Barcelona-Flügen säßen etwa 50 Prozent, weil sie hier Urlaub machen, betont Schmid.

Sprinkart kritisiert dagegen, dass die meisten Ankommenden gar nicht ins Allgäu wollen, sondern eher nach Oberbayern. Dies ist kein Zufall, denn seit 2009 steuert der Billigflieger Ryanair den Allgäu-Airport unter der geografisch kaum gerechtfertigten Bezeichnung "Munich-West" an.

Tatsächlich haben die Flughafen-Betreiber ihren Bus-Shuttle-Service nach München kontinuierlich ausgebaut: Derzeit pendelt der "Allgäu-Airport-Express" achtmal täglich in die Landeshauptstadt. Für die Oktoberfest-Zeit wird es sogar einen "Stundentakt" von 5 bis 24 Uhr geben. Weitere Ziele der Bus-Shuttle sind Ulm, Zürich und im Winter Arlberg in Österreich. Die einzige Linie innerhalb Schwabens nach Augsburg wurde mangels Nachfrage eingestellt.

Die Kritiker sehen hierin eine Belastung der Allgäuer Anwohner, von der hauptsächlich die Metropole München profitiert. Für Flughafen-Geschäftsführer Schmid ist dies das normalste der Welt: "Ich kann doch keinem Fluggast vorschreiben, was er nach der Landung macht."

Immerhin bietet der Flughafen 100 Arbeitsplätze, hinzu kommen 150 weitere Jobs bei Partnerfirmen. Im Jahr 2010 hat der Airport 910.000 Passagiere gezählt und einen Verlust von 610.000 Euro ausgewiesen. Das Minus für 2011 ist zwar noch nicht verkündet, wird aber noch größer ausfallen, wie Schmid verrät.

Grund ist ein Rückgang der Fluggast-Zahlen, weil Air Berlin seine innerdeutschen Flüge gestrichen hatte. Mittlerweile kann Memmingen wieder Flüge nach Hamburg und Berlin anbieten. Deshalb prophezeit Schmid für 2012 neue Rekordergebnisse bei Passagierzahlen und Betriebsergebnis.

Gabriela Schimmer-Göresz kann mit diesen Zahlen wenig anfangen: "Die wollten ursprünglich schon mit 316.000 Fluggästen Gewinne machen, jetzt schreiben sie sogar mit einer Million Passagiere noch rote Zahlen." Als Ursache hierfür vermutet sie Dumpingpreise, mit denen der Allgäu Airport den Billigflieger Ryanair nach Memmingen gelockt hat.

Nach eigenen Angaben hat das bayerische Verkehrsministerium bislang 7,4 Millionen Euro in den Allgäu-Airport gesteckt. Damit habe der Freistaat dazu beigetragen, dass "aus dem Konversionsprojekt eine Erfolgsgeschichte für die Region werden konnte".

Für die geplante Erweiterung sollen weitere 2,5 Millionen Euro nach Memmingen gepumpt werden - als "Schlusspunkt der Anschubfinanzierung", wie das Ministerium sagt. Einen Schlusspunkt der Diskussion wird es so schnell nicht geben.