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Verkehrssicherheit:So machen Sie sich und Ihr Fahrrad fit für Herbst und Winter

Diese sieben Tipps verbessern die Sicherheit - und können von jedem Radler selbst ausgeführt werden.

Von Felix Reek

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Quelle: Stephan Rumpf

Ließen viele in der Vergangenheit das Fahrrad im Keller stehen, so radeln inzwischen immer mehr Menschen das ganze Jahr. Denn auch in der kalten Jahreszeit kommt man in der Stadt so oft am schnellsten voran. Wir verraten Ihnen einige Tipps, die das Radeln im Herbst und Winter angenehmer und sicherer machen.

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Das Rad winterfest machen

Fahrradhersteller Mifa

Quelle: dpa

Zunächst sollte das Rad auf seine Funktion geprüft werden. Wer handwerklich etwas begabt ist, kann den Wintercheck selbst durchführen. Befreien Sie das Fahrrad zunächst vom Schmutz der Sommersaison. Stellen Sie es dann auf Sattel und Lenker oder hängen Sie es an einer speziellen Halterung auf. Prüfen Sie, ob die Laufräder sich leichtgängig drehen oder die Schutzbleche berühren, was Sie unbedingt korrigieren sollten. Sind die Felgen verzogen, erkennen Sie das an den Schlangenlinien, die der Reifen in der Bewegung vollführt (der sogenannte "Achter"). Dann müssen Sie die Felge austauschen.

Als nächstes sind die Bremsen dran. An den Belägen gibt es Markierungen, die den Verschleiß anzeigen. Sind diese unterschritten, müssen sie ausgetauscht werden. Wie das geht, erklärt dieses Video. Komplizierter sind Scheibenbremsen. Hier sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen.

Nun zur Kette. Reinigen Sie die Mechanik mit einem Spezialreiniger und fetten Sie sie anschließend nach. Kontrollieren Sie, ob die Schaltung einwandfrei funktioniert. Rasten alle Gänge sauber ein? Ist das nicht der Fall, muss nachjustiert werden. Bei einer Kettenschaltung funktioniert dies so. Dieses Video erklärt den Vorgang bei einer Nabenschaltung.

Trauen Sie sich diese Handgriffe nicht zu, können Sie das Fahrrad in eine Werkstatt geben. Die prüft für etwa 30 bis 50 Euro alle relevanten Teile auf ihre Funktion und setzt sie gegebenenfalls wieder instand. Zu dieser Zeit des Jahres sind meist noch kurzfristig Termine verfügbar. Das ändert sich schlagartig, wenn der erste Schnee fällt.

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Den Sattel richtig einstellen

Radlflohmarkt Zenith

Quelle: Florian Peljak

Im Winter ist die Position des Sattels besonders wichtig. Stellen Sie eines der Pedale in die tiefste Position und platzieren Sie Ihre Ferse darauf. Wenn ihr Bein ausgestreckt ist, ohne dass das Knie überstreckt ist, haben Sie die richtige Position gefunden. Die Deutsche Verkehrswacht rät im Herbst und Winter allerdings dazu, den Sattel etwas tiefer einzustellen, damit Sie schneller den Boden erreichen und Gefahrensituationen entschärfen können.

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Den Sattel vor Nässe schützen

Universitäts-Shop der Münchner LMU, 2009

Quelle: Alessandra Schellnegger

Ist der Sattel richtig eingestellt, sind Sie auf Ihrem Fahrrad sicherer unterwegs. Jetzt gilt es nur noch, ihn gegen Nässe und Schnee zu schützen. Denn im Winter fühlt sich der Sitz oft an wie ein nasser Schwamm. Dagegen gibt es ein einfaches Mittel: einen Sattelschutz. Der kostet nur ein paar Euro und lässt sich einfach überziehen. Wird er nicht benötigt, findet die Hülle zwischen den Streben des Sattels Platz.

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Winterreifen

Fahrradreifen mit Spikes in München, 2012

Quelle: Catherina Hess

Weiter geht es mit den Reifen. Bereits Laub auf dem Radweg kann gefährliche Schlitteraktionen auslösen. Eine spezielle Winterbereifung benötigen allerdings die wenigsten. "Mit einem breiten, gut profilierten Touren- oder Trekkingreifen kommen Gelegenheitsradler durch den Winter, auch wenn der Radweg mal nicht geräumt ist", so Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad. Wichtig ist es deswegen, das Profil zu kontrollieren und bei Bedarf den Reifen auszutauschen.

Besondere Winterbereifung, bei denen in den Mantel kleine Nägel eingesetzt werden, benötigen hingegen die wenigsten Fahrradfahrer. Dies ergibt nur in Gebieten Sinn, in denen oft und viel Schnee fällt, die Straßen nicht regelmäßig geräumt werden und deswegen vereisen. Auf blankem Asphalt bieten die Spikes nur Nachteile.

Eine Alternative sind Ganzjahresreifen, die mit einer etwas weicheren Gummimischung und speziellem Profil zu jeder Jahreszeit gute Ergebnisse auf der Straße erzielen. Ihr Nachteil ist der Preis. Die Pneus kosten um die 50 Euro pro Stück.

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Die Beleuchtung prüfen

Radler müssen mobile Leuchten nicht mehr ständig dabeihaben

Quelle: dpa-tmn

Wenn die Tage kürzer werden, ist es als Radfahrer besonders wichtig, gut sichtbar zu sein. Falls Ihre Lichtanlage von einem Dynamo betrieben wird, kontrollieren Sie, ob er richtig sitzt und ob sowohl Vorder- als auch Rücklicht einwandfrei funktionieren. Verwenden Sie ansteckbare Lampen, prüfen Sie, ob diese voll funktionsfähig sind und die dazugehörigen Halterungen auch Stöße aushalten. Zusätzlich Pflicht sind Reflektoren an den Speichen, den Pedalen sowie vorne und hinten am Rad.

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Die richtige Kleidung

Radfahren bei Dunkelheit

Quelle: picture alliance / dpa

Die Sichtbarkeit lässt sich zusätzlich durch die Kleidung erhöhen. Ideal dafür sind helle Farben und Reflexmaterialien. So können Autofahrer Sie auf dem Rad in der Dunkelheit besser erkennen.

Wenn es um das Abhalten der Kälte geht, hat sich der sogenannte Zwiebellook aus mindestens drei Kleidungsschichten bewährt. Die erste Lage soll vor allem den Schweiß weitertransportieren, um ein Auskühlen zu verhindern. Synthetische Materialien sind hier besser geeignet als Baumwolle. Zur Wärmeisolation folgen nun ein oder mehrere leichte Unterzieher, zum Beispiel ein Trikot. Eine atmungsaktive Jacke, die Regen und Wind abhält, komplettiert den Lagenlook.

Für die Finger bieten sich Handschuhe an, die windabweisend und wasserdicht sind.

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Ein Helm schützt

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Quelle: www.pd-f.de / closca.co

Bleibt die Sicherheit. Abgesehen von Autofahrern können sich Radler über kein Thema so schön echauffieren wie die Helmpflicht. Fakt ist: Der Kopfschutz verhindert nicht bei allen Unfällen Schlimmeres. Studien haben aber gezeigt, dass Radler, die einen Helm trugen, bei Unfällen mit Kopfverletzungen wesentlich glimpflicher davonkommen. Der Universität Arizona zufolge ist das Risiko für schwere Hirntraumata um 60 Prozent niedriger, die Hannelore-Kohl-Stiftung kommt sogar auf 80 Prozent. Tragen Sie also, wenn die Straßen glatter werden, Ihrer Gesundheit zuliebe einen Helm.

© SZ.de/reek/harl/dd
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