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Suzuki GSR 750:ABS kommt später

Vielmehr sind handliche Agilität und eine lässige Ergonomie gefragt. Beides hat die Suzuki zu bieten. In klassischer Pose mit moderaten Kniewinkeln und leicht vorgeneigt durchkurvt der GSR-Fahrer leichtfüßig das Revier, die Schräglagenfreiheit genügt höheren Ambitionen.

Windschutz darf man von der kleinen Lampenverkleidung allerdings keinen erwarten, und das Polster fällt auf Dauer ziemlich hart aus. Der Fahrkomfort ist tadellos, jedenfalls so lange man auf gutem Untergrund unterwegs ist. Absätze und Belagkanten trommeln dagegen ziemlich unwirsch von unten auf die Besatzung ein.

Dass die GSR unter hohem Kostendruck entwickelt wurde, merkt man ihr an. Waren Rahmen und Schwinge der 600er-Schwester noch aus Alu, sorgen bei der GSR 750 ein Stahlrahmen mit ebensolcher Schwinge samt simplem Kettenspannmechanismus für - freilich tadellose - Stabilität.

Einen etwas höheren Aufwand hätte man sich jedoch für die Bremsen gewünscht. Hier müssen sich jetzt mittelprächtige Doppelkolben-Schwimmsättel mit dem Verzögern abmühen. Für eine gute Bremsleistung der beiden 310er-Scheiben im Vorderrad muss der Hebel jedenfalls mit der ganzen Hand kräftig gezogen werden.

Zur stumpfen Wirkung gesellt sich noch ein schlecht definierter Druckpunkt und eine schwammige Rückmeldung. Bislang gibt es die GSR zudem nur ohne ABS, der unfallverhütende Blockierverhinderer ist erst für später in diesem Jahr angekündigt.

Hinter der martialischen Optik der neuen Suzuki GSR 750 verbirgt sich alles in allem also eher ein alltagstaugliches Naked Bike für alle Tage anstelle des kompromisslosen Streetfighters, den sie dem flüchtigen Betrachter vorgaukelt.

Damit ist ein breiteres Einsatzspektrum verbunden, das ihr wie der günstige Preis von 8290 Euro sicher zu mehr Kaufinteressenten verhelfen dürfte.

© SZ vom 25.07.2011/gf
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