Schweiz: Autobahnvignette Fünf Mal so teuer?

Für die Schweizer Autobahnvignette zeichnet sich eine deutliche Verteuerung ab. Im Gespräch sind 200 Franken, anstatt wie bislang 40.

Die Steuer, die alle Touristen, die durch die Schweiz fahren - sowohl am Auto wie etwa auch am Wohnwagen- oder Anhänger anbringen müssen - könnte von derzeit 40 auf 200 Franken (von 30 auf über 150 Euro) steigen. Das berichten Schweizer Medien am Sonntag. Die Regierung hatte in der vergangenen Woche eine Erhöhung auf 100 Franken (fast 77 Euro) ins Gespräch gebracht, um die wachsenden Verkehrskosten auffangen zu können.

Für die Schweizer Autobahnvignette zeichnet sich eine deutliche Verteuerung ab. Im Gespräch sind 200 Franken, anstatt wie bislang 40 - wie bei dieser aus dem Jahr 2003.

(Foto: AP)

Wie die NZZ am Sonntag berichtete, werden aber für den Ausbau der Verkehrsstrukturen in der Schweiz viel mehr finanzielle Mittel benötigt, als die Regierung bisher angegeben hat. Thomas Egger, Direktor der Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete, hält eine Verfünffachung des Preises für die Autobahnvignette auf 200 Franken für denkbar. Die 1985 eingeführte Vignette bringt etwa 300 Millionen Franken (230 Millionen Euro) im Jahr ein. Das Geld geht völlig in den Ausbau des Straßenverkehrs. Einer Erhöhung müsste das Parlament zustimmen.

Ab 2013 Maut in Belgien

Für Fahrten nach und innerhalb Belgiens müssen Autofahrer ab 2013 mit Mautgebühren rechnen. Die noch festzulegende Gebühr soll von den Fahrern ausländischer wie auch in Belgien zugelassener Wagen bezahlt werden, erklärte der Finanzminister der Wallonie, André Antoine, vergangene Woche in Namur. Auf dieses Vorhaben habe sich die Wallonie mit den beiden anderen Regionen Flandern und Brüssel geeinigt. Die Maut würde demnach für Autobahnen und Schnellstraßen fällig und nach Dauer der Benutzung abgerechnet. Das soll mithilfe einer "elektronischen Vignette" geschehen.

Bislang müssen Deutsche etwa in Österreich und der Schweiz für Autobahnfahrten zahlen. Außerdem einigten sich die belgischen Regionen den Angaben zufolge auf eine Revision der Lkw-Maut in Belgien. Die bislang von der Nutzungsdauer abhängige Eurovignette solle auf ein System umgestellt werden, das die gefahrenen Kilometer in Rechnung stellt. Davon abgesehen ist geplant, die Besteuerung der belgischen Autofahrer in Richtung einer "grüneren Besteuerung", also des Umweltschutzes, zu verändern, hieß es in der Erklärung des wallonischen Finanzministers.