Automuseum in Russland Der Weg zum Museum ist beschwerlich

Michail Krasinez, ein Rennfahrer zu Zeiten der UdSSR, fing an, die Autos zu sammeln, als er noch in Moskau wohnte. Der Parkplatz für die wachsende Kollektion wurde aber schnell zu knapp. Mit seiner Frau Marina entschied sich der Autoliebhaber, aufs Land zu ziehen. 1996 verkauften sie ihre Stadtwohnung. Seit fast 20 Jahren leben die beiden nun schon in einer Datscha - zwischen Hunderten Karossen.

Michail Krasinez' Freilichtmuseums ist das größte seiner Art auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Wer es besuchen will, muss eine umständliche Anreise auf sich nehmen. Vom Dorf Tschern dauert die Fahrt eine halbe Stunde mit dem Taxi. Die Wege dorthin bestehen praktisch nur aus Furchen und Unebenheiten und sind nicht nur im Winter, sondern schon nach heftigen Regengüssen unpassierbar. Trotzdem fehlt es Krasinez nicht an Besuchern. Sie kommen von weit her, aus 200, 300 Kilometern Entfernung, aus Brjansk, Kaluga, Orjol und natürlich auch aus Moskau.

"Teil des russischen Kulturerbes"

Ihre Hilfe braucht Krasinez dringend, um die Autos vor dem Verfall zu bewahren. Sie stehen ohne Schutz vor den oft extremen Temperaturen unter freiem Himmel. Marina und Michail Krasinez haben nicht viele Möglichkeiten, die Sammlung zu konservieren. Sie betreiben das Museum auf eigene Rechnung und ohne Hilfe oder öffentliche Zuschüsse. Sie erhalten keinen Lohn für ihre Arbeit, nehmen nicht einmal Eintritt. Sie leben sehr bescheiden und ausschließlich von dem, was die Gäste spenden wollen. "Manch einer gibt nichts, ein anderer 100 oder 1000 Rubel", sagt Michail Krasinez - Geld, das er zur Seite legt, um noch mehr Autos für die Sammlung zu kaufen. "Es dauert noch dreieinhalb Jahre, bis ich Rente bekomme", sagt er.

Krasinez hofft, dass die Behörden irgendwann den historischen Wert der Wagen anerkennen und das Museum in irgendeiner Form subventionieren. Dann könnte er auch Mitarbeiter einstellen, die ihm helfen würden. "Die Sammlung hier ist Teil des russischen Kulturerbes", sagt er. Den Kampf darum führt er auch gegen die Natur. Von Mai bis Oktober mäht er zehnmal die riesige Wiese, auf der die Autos stehen.

Es ist harte Arbeit, aber wenn er es nicht tut, wächst Gras über die Relikte der Geschichte.