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Problem-Motor:Opel-Diesel für die USA

Der Chevrolet Cruze Diesel - vor dem Rückzug aus Deutschland.

(Foto: Chevrolet)

Volkswagen hat die Auslieferung von Dieselmodellen in den USA gestoppt. Der Mutterkonzern von Opel, General Motors, will die hinterlassene Lücke nutzen: Der Problem-Motor 1.6 CDTI soll künftig US-Dieselmarktführer werden.

VW hat die Auslieferung aller Dieselmodelle in den USA gestoppt. Doch der Selbstzünder ist dort nicht am Ende, davon zeigt sich General Motors (GM) überzeugt. Der Mutterkonzern von Opel will die Lücke nutzen, die VW hinterlassen hat. "Chevrolet kann künftig Marktführer im US-Dieselmarkt werden", erklärte GM-Powertrain-Chef Dan Nicholson gegenüber der Fachzeitschrift Automotive News. Angesichts der immer strengeren CO₂-Limits zeigte sich Nicholson "sehr optimistisch" über die weitere Entwicklung des US-Dieselmarkts: "Ich denke, die USA sind eine der wenigen Wachstumsmärkte für Diesel auf der Welt." Um die "technisch besonders anspruchsvollen Dieselkunden" zu überzeugen, will Nicholson den Kompaktwagen Chevrolet Cruze 2017 mit einem 1,6-Liter-Dieselmotor von Opel auf den US-Markt bringen. "Wir wollen, dass die Leute zwei Dinge über unseren Motor wissen: Erstens, er ist europäisch; zweitens, er ist leise", sagte Nicholson 2015. In der Zwischenzeit geriet unter anderem der Opel Zafira mit dem "1.6 CDTI-Flüsterdiesel" in den Verdacht, unerlaubte Abschalteinrichtungen zu nutzen. Erst nach der Ankündigung eines freiwilligen Rückrufs von 90 000 Opel-Fahrzeugen mit dem kleinen Dieselmotor und einer umfassenden Überarbeitung der Abgasnachbehandlung erhielt Opel jüngst die Zulassung für eine Modellüberarbeitung des Zafira mit dem 1.6 CDTI. Die angekündigte Diesel-Marktoffensive im Chevrolet Cruze zeigt, dass der Motor auch die weltweit strengsten Emissionsvorschriften erfüllen kann - vorausgesetzt, dass bei der Abgasnachbehandlung nicht klammheimlich gespart wird, weil es die Behörden ohnehin nicht merken.