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Londoner Taxi:Ein chinesischer Hersteller soll die Produktion retten

Bedeutet dies also den langsamen Tod des TX4? Fans des britischen Automobilbaues sehen dies sicherlich mit einem weinenden Auge. Immerhin ist das Unternehmen der letzte größere, genuin britische Autohersteller. Manganese Bronze plc, die als Holding des einzigen Unternehmensbereichs London Taxis International Limited (LTI) fungiert, ist an der Londoner Börse notiert. Die Limousinen, die noch weitgehend in Handarbeit hergestellt werden, laufen in Coventry vom Band. Die Industriestadt in den Midlands galt einst als das englische Detroit. Hier waren so berühmte Marken wie Triumph, Humber und Riley zu Hause. Sie sind alle verschwunden. Immerhin hat die Luxusmarke Jaguar, die heute zum indischen Tata-Konzern gehört, noch ein Museum in der Stadt.

Die Taxis mit dem markanten Grill sind nicht billig

Manganese-Bronze-Taxis sind nicht billig. Die Autos mit dem markanten Kühlergrill kosten je nach Ausstattung zwischen 28.000 und 34.000 Pfund. Doch die Vehikel gelten als robust, zumal viele der etwa 25.000 "Black-Cab"-Chauffeure durchaus mehr als 100.000 Kilometer pro Jahr in der Acht-Millionen-Einwohner-Metropole abspulen. Das TX4-Modell soll im Schnitt immerhin zwölf bis 13 Jahre lang halten.

Unternehmenschef John Russell, macht keinen Hehl daraus, das die Wirtschaftskrise zu einer Absatzflaute geführt hat. Derzeit soll die Tagesproduktion in Coventry gerade noch bei zwölf Einheiten liegen. Das Werk musste Kurzarbeit einführen. Dennoch hofft Russell auf bessere Zeiten. Dazu soll auch ein Joint-Venture mit dem chinesischen Hersteller Geely beitragen. Bereits in diesem Jahr sollen in Shanghai etwa 1000 TX4 für den chinesischen Markt vom Band laufen. Insofern könnten Maos Erben den britischen Automobilbau vielleicht doch noch retten.

© SZ vom 06.10.2009/gf
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