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Stiftung Warentest:Fast die Hälfte der Kinderfahrradanhänger ist mangelhaft

Nur vier von 12 getesteten Fahrradanhängermodellen können die Tester empfehlen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Die Stiftung Warentest hat zwölf Kinderfahrradanhänger getestet.
  • Fünf Modelle fallen als "mangelhaft" durch, drei sind nur ausreichend.
  • Die Produkttester können nur vier Modelle empfehlen.

Viele Eltern setzen auf Anhänger, um ihre Kleinen mit dem Fahrrad sicher ans Ziel zu bringen. Doch bei diesen Anhängern gibt es gewaltige Qualitätsunterschiede, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat. Der Verkauf des Modells "Froggy" wurde nach einer Warnung der Produkttester sogar gestoppt: Bei dem mit 96 Euro billigsten Anhänger rissen in mehreren Tests die Sicherheitsgurte. Wer einen guten Anhänger möchte, muss demnach mehrere hundert Euro investieren.

Andere durchgefallene Modelle enthielten erhöhte Mengen schädlicher Stoffe oder ein Flammschutzmittel, das in Kinderspielzeug verboten ist. Teilweise bieten die Hersteller hier Ersatzteile an. Für schlechte Noten sorgte außerdem die Tatsache, dass manche Anhänger zwar über 800 Euro kosten, gleichzeitig aber schon für viele Vierjährige zu wenig Platz bieten. Die Kinder wachsen aus der teuren Anschaffung also schnell heraus.

Dennoch sind es vor allem die hochpreisigeren Modelle, die die Stiftung Warentest überzeugen. Der Testsieger "Thule Cross" schlägt als Einsitzer mit über 800, als Zweisitzer sogar mit 900 Euro zu Buche. Dafür loben die Tester besonders die Sicherheit und die Haltbarkeit der Modelle. Sie hatten alle Anhänger unter anderem auf Laufbändern mit Unebenheiten und in Unfallsituationen bei extremen Temperaturen auf ihre Beständigkeit gestestet.

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Fast alle gestesteten Modelle lassen sich auch zum Buggy umbauen. Das ist einerseits praktisch, weil man damit eine zweite Funktion hat und die Anhänger im Buggy-Modus neben Kindern auch noch viel Gepäck transportieren können. Andererseits stellten die Tester fest, dass mehrere die Modelle als Buggy nicht besonders robust sind. Im Dauertest brachen Schrauben oder die Federung.

Zum Thema Sicherheit geben die Tester aber noch einen weiteren Rat: Eine sichere Fahrt mit dem Fahrradanhänger sei nur gewährleistet, wenn auch das angehängte Fahrrad ausreichend sicher sei. So kommt beispielsweise keiner der getesteten Anhänger mit einer eigenen Bremsvorrichtung: Der Fahrer muss also zusätzlich zu seinem Rad auch noch den bis zu 60 Kilogramm schweren Anhänger zum Stehen bringen. Die Stiftung Warentest empfiehlt starke hydraulische Scheibenbremsen an Vor- und Hinterrad.

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