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In der Übergangszeit:Kinder ab neun Jahren

Was Kinder ab dem Alter können sollten

Ist auf dem üblichen Weg mal eine Baustelle oder die Ampel kaputt, sollten Kinder ab neun Jahren spontan reagieren können und Alternativen abwägen. Auch Mehrfachanforderungen sind sie jetzt besser gewachsen. "Etwa die Balance auf dem Rad halten und dabei Handzeichen geben", sagt Weiß. Aus gutem Grund findet die Radprüfung am Ende der Grundschulzeit statt. Erst dann sind Motorik und Koordination den realen Anforderungen an den Straßenverkehr gewachsen.

Was Eltern tun können

Kinder können nun schon eine Menge. Aber oft stimmt ihr erlerntes Skript nicht mit der Realität überein. "Vielleicht denkt es, dass man Autos immer hört. Oder dass ältere Radfahrer eher langsam sind", sagt Richter. Das gilt aber nicht mehr, wenn es sich um ein E-Auto oder einen E-Radler handelt. Deshalb gilt: Viel üben, unterschiedliche Situationen erleben, Erfahrungen sammeln - am besten bei gemeinsamen Spaziergängen und Radtouren.

Gut zu wissen

Erst ab neun oder zehn Jahren können Kinder Distanzen und Geschwindigkeiten halbwegs einschätzen. Auch das räumliche Hören ist erst jetzt fertig ausgebildet. Dennoch sollte man die kindlichen Fähigkeiten nicht überschätzen: "Sie nehmen pro Sekunde nur ein bis drei Verkehrsobjekte wahr, Erwachsene doppelt so viele", sagt Brunnert. Vor allem in unübersichtlichen Situationen sind Kinder oft überfordert. Bis zehn Jahren dürfen sie deshalb auf den Gehwegen radeln.

© SZ vom 18.04.2020
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