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IAA: Geschichte:Etliche Auto-Weltpremieren

Hier, in den Frankfurter Messehallen, feiern in allen Jahrzehnten etliche Autos Weltpremiere, die das Lebensgefühl breiter Gesellschaftsschichten und das Straßenbild ihrer Epoche mitprägen werden. Auf der IAA von 1959 freut man sich am BMW-Stand über den Erfolg des neuen Kleinwagens - der neue 700 wird zum Publikumsmagneten. Doch schon bald werden die Kleinen, auch das Erfolgsmodell "Käfer", den Aufsteigern der Wirtschaftswunder-Ära zu eng. 1961 bringt VW daher den 1500 zur IAA.

Der neue Mittelklassewagen soll verhindern, dass immer mehr "Besserverdiener" zur Konkurrenz abwandern. BMW hat ebenfalls ein Mittelklassemodell parat - bei den Bayern soll der BMW 1500 die Lücke schließen, die zwischen dem kleinen 700 und dem Oberklasse-Modell 501/502 klafft.

1963 zeigt Audi-Vorgänger DKW auf der IAA ebenfalls einen neuen Vertreter, der die Mittelklasse aufmischen soll. Der DKW F102 wird der letzte Pkw mit Zweitaktmotor sein, der von westdeutschen Herstellern entwickelt wird. Daneben beeindruckt automobiler Luxus in Reinkultur. Mercedes stellt seinen 600 vor, dessen V8-Maschine 250 Pferdchen auf 200 Stundenkilometer peitschen kann.

Das neue Stuttgarter Flagschiff

Zum Preis von 49.000 Mark empfiehlt sich das neue Flagschiff der Stuttgarter den neuen Spitzenverdienern der Bundesrepublik. Porsche stellt im gleichen Jahr das Modell 901 vor - eine rassige Schönheit, die allerdings noch einmal umgetauft werden muss, weil sich Peugeot die gleiche Ziffernfolge bereits markenrechtlich schützen lassen hat. Als 911er geht der neue Porsche dann an den Start und wird zur Sportwagenlegende.

In den 70er Jahren reisen bereits 1200 Automobil- und Zubehörproduzenten zur Mega-Messe an den Main. Immer mehr Importeure nutzen die IAA, um Deutschlands Autofahrer für ihre Produkte zu erwärmen. 1973 ist Mazda zum ersten Mal dabei. Für den Auftritt in Frankfurt legen Autobauer sechsstellige Beträge auf den Tisch. Die Standmieten in den 70ern liegen zwischen 800 und 1200 Mark pro Quadratmeter. 1973 leistet sich Opel mit 1400 Quadratmetern den größten IAA-Stand, gefolgt von British Leyland, einem Zusammenschluss britischer Automarken, der längst Geschichte ist.

Der Frankfurter Marktplatz automobiler Innovationen war immer mehr als nur ein Rekorde brechender Publikumsmagnet. Die IAA ist stets sensibles Konjunkturbarometer. Finanzanalysten fühlen der Autobranche auf einer der größten Automessen weltweit den Puls. Ihre Urteile lassen Kurse klettern und fallen. Als äußerst schwacher Patient erwies sich die Autoindustrie übrigens 1971 - wegen der schlechten Konjunktur wurde die IAA abgesagt. Auch 2009 ist die globale Krise in aller Munde. Diesmal wollen 700 Aussteller - davon 60 Automobilproduzenten aus aller Welt - in Frankfurt zeigen, mit welchen Konzepten sie die Zukunft meistern wollen. Es dürfte also wieder sehr spannend werden - auch auf der 63. IAA.

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