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Hindenburg-Tragödie vor 75 Jahren:"Es ist in Flammen ausgebrochen!"

Das Inferno von Lakehurst am 6. Mai 1937 bedeutete das Ende für die Ära der Luftschifffahrt, seitdem gilt der Zeppelin LZ 129 "Hindenburg" als Titanic der Lüfte.

historischen Bildern

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Hindenburg-Tragödie vor 75 Jahren:Die Tragödie des Zeppelins LZ 129 "Hindenburg"

Hindenburg-Explosion

Quelle: dpa

Sie war die Titanic der Lüfte: das größte, das schönste Luftschiff der Welt, ein Stolz der Ingenieurskunst, ein Griff nach den Sternen der Technik. Doch vor 75 Jahren explodierte der Zeppelin Hindenburg - und beendete eine ganze Ära. Die Bilder des lodernd dahinsinkenden Giganten haben sich ebenso in das Bewusstsein gebrannt wie die Live-Schilderung des Radioreporters Herbert Morrison am 6. Mai 1937.

Die brennende Hindenburg über dem amerikanischen Flugplatz Lakehurst in den USA, rechts im Bild der Ankermast.

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Ferdinand Graf Zeppelin mit König Friedrich August III. von Sachsen, 1913

Quelle: Scherl

Luftschiffe gab es auch in anderen Ländern, aber sie waren so etwas wie eine deutsche Spezialität. Graf Ferdinand von Zeppelin hatte sie zwar nicht erfunden, aber marktreif gemacht. LZ 127, benannt nach dem findigen Grafen, gilt als erfolgreichstes Luftschiff der Geschichte und wurde bei einer Weltumrundung 1929 überall bejubelt.

Ferdinand Graf Zeppelin (rechts) mit König Friedrich August III. von Sachsen, 1913 in der Gondel eines Luftschiffs.

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"Hindenburg" macht den ersten Probeflug, 1936

Quelle: Scherl

Die Leute liefen zusammen, wenn die gewaltigen Flugkörper langsam und majestätisch über den Himmel dröhnten.

Die "Hindenburg" macht 1936 den ersten Probeflug, Arbeiter der Zeppelinwerke in Friedrichshafen verabschieden das Luftschiff LZ 129.

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Erster Passagierflug der LZ 129 "Hindenburg" über dem Bodensee, 1936

Quelle: Scherl

Das heißt: So langsam waren sie gar nicht. Mit gut 100 Kilometern in der Stunde waren die Luftschiffe dreimal so schnell wie die Ozeandampfer.

Erster Passagierflug der LZ 129 "Hindenburg" über dem Bodensee, 1936: Ein Maschinist geht in die Motorengondel.

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Aufriß der LZ 129 Hindenburg

Quelle: Scherl

Die Zeppeline waren auch fast so groß wie die Ozeanriesen: Mit 245 Metern - dreieinhalb Mal so viel wie ein Jumbojet - war die Hindenburg fast so lang wie die Titanic. Allerdings nahm sie nur 72 Passagiere auf, was die Fahrt zum Luxus machte.

Skizze der LZ 129 Hindenburg

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Das Luftschiff "Hindenburg" in der Luftschiffhalle in Rio de Janeiro, 1936

Quelle: Scherl

Ursprünglich hatte die Hindenburg sogar nur für 50 Passagiere Platz, aber weil Wasserstoff als Traggas verwendet wurde, konnten die Kabinen erweitert werden. Eigentlich sollte es Helium sein - etwas schwerer, aber nicht brennbar. Schließlich hatte die englische R101 ein paar Jahre zuvor 48 Menschen in den Tod gerissen.

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Luftschiff LZ 129 "Hindenburg" über dem Zeppelinfeld in Nürnberg, 1936

Quelle: Scherl

Doch Helium hatten nur die Amerikaner, und die zogen ihre Zusage zurück, nachdem die Nazis Zeppeline für Propaganda missbraucht hatten und auf Kriegskurs gegangen waren.

Während des Reichsparteitags in Nürnberg 1936 fährt das Luftschiff Hindenburg bei der Luftparade über das Parteittagsgelände.

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Luftschiff LZ 129 "Hindenburg" über New York, 1937

Quelle: Scherl

Die Hindenburg mit den riesigen Hakenkreuzen auf den Heckflossen war eine fliegende Bombe. Eine Bombe mit einem Rauchsalon. In dem stand das einzige Feuerzeug an Bord.

Die Hindenburg über Manhattan in New York, 1937

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Pressebesichtigung der LZ 129 "Hindenburg"

Quelle: Scherl

Viele Passagiere verbrachten dort die Fahrt. Denn die Kabinen waren einfach eingerichtet, der Luxus wartete eher im Restaurant und eben im Rauchsalon - und vor allem natürlich an den Fenstern.

Gesellschaftsraum der Hindenburg

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Passagiere an den Panoramafenstern der LZ 129 "Hindenburg"

Quelle: SCHERL

Die boten einen unvergleichlichen Panoramablick auf Berlin, Paris, London, den Atlantik - oder Lakehurst bei New York. Dort kam die Hindenburg am Abend des 6. Mai 1937 an.

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Brennende LZ 129 "Hindenburg", 1936

Quelle: Scherl

Die erste Fahrt der Saison war ganz normal verlaufen - doch bei der Landung in Lakehurst schossen plötzlich Flammen aus dem Heck. Innerhalb von Sekunden verbrannte das gewaltige Luftschiff.

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Vor 75 Jahren ging die 'Hindenburg' in Flammen auf

Quelle: dapd

"Es brennt. Es brennt und es stürzt ab", schrie Radioreporter Herbert Morrison ins Mikrofon. Er galt als Profi. Doch beim Anblick der Flammenhölle wurde der 31-Jährige von seinen Gefühlen übermannt.

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Katastrophe des Zeppelin-Luftschiffes "Hindenburg" (LZ 129) in Lakehurst, 1937

Quelle: Scherl

"Das ist so furchtbar, die schlimmste Katastrophe der Welt", ruft er, um dann etwas zu schluchzen, was in den USA zum geflügelten Wort wurde: "Oh, the humanity", "Oh, Menschheit". Und er fügte hinzu: "... and all the passengers." Doch es gab tatsächlich Überlebende.

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Vor 75 Jahren ging die 'Hindenburg' in Flammen auf

Quelle: dapd

"Es ist ein Wunder, dass überhaupt jemand da lebend rauskam", hieß es später in der Wochenschau. Und in der Tat: Von den 97 Menschen an Bord überlebten 62. 13 Passagiere und 22 Besatzungmitglieder starben, auch ein Mann von der Bodenmannschaft. Die meisten verbrannten, andere erstickten und einige stürzten zu Tode, als sie aus dem Zeppelin sprangen.

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Gerippe des abgestürzten Luftschiffes Hindenburg, 1937

Quelle: Scherl

Warum es brannte, ist bis heute nicht ganz klar. Die meisten Experten gehen von einer elektrostatischen Entladung aus, die das Gas entzündete. Für eine Bombe, gelegt von Verrückten, Nazis oder Nazigegnern, gibt es keine Hinweise, die über Verschwörungstheorien hinausgehen. Es war weder das erste noch das schwerste Unglück der Luftschifffahrt. Doch es war ihr Ende.

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Vor 75 Jahren ging die 'Hindenburg' in Flammen auf

Quelle: dapd

Informationen:

In diesem Film, hinterlegt mit der Radioreportage von Herbert Morrison, sehen Sie, wie rasend schnell das Feuer die Hindenburg vernichtete. Mehr zur Geschichte des Luftschiffs finden Sie bei airships.net.

© Süddeutsche.de / Chris Melzer, dpa/kaeb

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