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Gotthard-Basistunnel:So gewaltig wie die Cheops-Pyramide

2000 Menschen, 13 Millionen Kubikmeter Schutt und Gestein, 1500 km Drahtwerk: der Gotthard-Basistunnel. Bis zu seiner Fertigstellung 2016 werden fast 25 Jahre vergangen sein. Bilder einer Jahrhundertbaustelle.

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Gotthard-Basistunnel

Quelle: Alptransit Gotthard

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2016 soll der Tunnel durch den Gotthard fertig sein - ein Jahr früher als geplant. Zwischenbilanz eines Jahrhundertbauwerks, das Nord- und Südeuropa verbinden wird.

Im Bild: die Innenbeton-Abdichtung der Oströhre

Gotthard-Basistunnel

Quelle: Alptransit Gotthard

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Tatsächlich ist die neue Alpentransversale der Schweiz, die Nord- und Südeuropa miteinander verbindet, ein Jahrhundert-Bauwerk wie der Suez-Kanal oder die Wasserstraße von Panama.

Die neue Transitachse am Gotthard braucht auch den Vergleich mit der Röhre unter dem Ärmelkanal oder der Cheops-Pyramide, einem der größten Bauwerke der Welt, nicht zu scheuen.

Im Bild: die Einfahrt in den Gotthard-Basistunnel durch das Südportal

Gotthard-Basistunnel

Quelle: Alptransit Gotthard

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Der Bau ist eine gewaltige Materialschlacht: 300 Kilometer Schienen werden benötigt, 35 Weichen, rund 1500 Kilometer an Drahtwerk (Fahrdraht, Tragseil, Feeder, Erdseil), ca. 700 Hochspannungsschränke, ca. 200 Trafos, ca. 6500 Leuchten, acht Stellwerke, rund 500 Telefone und anderes mehr.

Im Bild: Tunneleingänge im Rohbau

Gotthard-Basistunnel

Quelle: Alptransit Gotthard

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Gleichzeitig mit der Mannschaft in Sedrun wird auch in Amsteg, Erstfeld, Faido und Bodio am Eisenbahntunnel durch den Gotthard gebohrt und betoniert. 2016 soll die Verbindung in den Süden fertig nun sein. Ein Jahr früher als geplant.

Im Bild: der Stahleinbau in Sedrun

Gotthard-Basistunnel

Quelle: AP

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Auf den 57 Kilometern zwischen Erstfeld und dem Südportal im Tessin müssen für die zwei Röhren, die über zahlreiche Querstollen miteinander verbunden sind, 153 Kilometer aus dem Fels gebohrt werden. Das meiste ist geschafft.

Ein weiterer, 15 Kilometer langer Basistunnel am Ceneri (zwischen Bellinzona und Lugano), sowie eine zusätzlich geplante Röhre zwischen Zürich und Zuger See lassen die Reise von 2016 an auf bald 100 Kilometer unterirdisch verlaufen.

Hochgeschwindigkeitszüge, die bei Maximaltempo 250 für die 180 Kilometer ins Tessin etwas mehr als eine Stunde brauchen, lassen Distanzen, für die Reisende zur Zeit Goethes Tage brauchten, auf Pendler-Nähe schrumpfen.

Gotthard-Basistunnel

Quelle: Alptransit Gotthard

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Die mehr als 13 Millionen Kubikmeter Schutt und Gestein, die aus dem Berg geholt werden, bringen fünfmal so viel Gewicht auf die Waage wie das Größte unter den Weltwundern der alten Ägypter.

Das Projekt, an dem mehr als 2000 Menschen arbeiten, ist das Werk einer ganzen Generation. Zwischen 1992, als die ersten Sondierungen erfolgten, und der Fertigstellung 2016 werden 24 Jahre vergangen sein.

Gotthard-Basistunnel

Quelle: Alptransit Gotthard

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In fünf Abschnitte haben sich die Ingenieure ihr Werk aufgeteilt. Am höchsten gelegen ist der Zwischenangriff in Sedrun. Mit zwei 800 Meter tiefen Schächten ragt er auf den 547 Meter über Normalnull gerade mal auf der Höhe von Bern oder Lausanne gelegenen (und deshalb auch sogenannten) Basistunnel hinab.

Im Bild: eine Tunnelverzweigung

Gotthard-Basistunnel

Quelle: Alptransit Gotthard

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Auch das kann passieren: Bei Faido stießen die Tunnelbauer bei ihren Sondierungen auf ein "schwimmendes Gebirge" aus zuckerförmigem Dolomit. Mit Wasser gemischt, ergab sich eine Festigkeit, die etwa der des Sandstrandes von Wangerooge entsprach. Doch die Ingenieure hatten Glück. Die Zone endet ein Stück oberhalb der Röhre.

Im Bild: eine betonierte Innenschale

Gotthard-Basistunnel

Quelle: Alptransit Gotthard

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Dass das Gestein bisweilen knackt und buchstäblich zu leben scheint, ist den Tunnelbauern vertraut. Wer in den Pausen aufmerksam hinhört, könnte glauben, ein Ächzen und Stöhnen zu hören, mit dem sich das Gebirge über das Ausmaß der Gewalt beschwert, die ihm hier angetan wird. Die Bergleute fackeln nicht lange.

Leistet der Berg Widerstand, wird ihm mit Sprengmaterial zu Leibe gerückt. Als wäre Krieg, ist vom Angriff die Rede, der gleich von mehreren Seiten erfolgt, weil es sonst nicht schnell genug ginge. Anschließend wird mit Felsankern gedübelt, um das umliegende Gestein, das der Berg hinterherschicken könnte, so zu festigen, wie es der Mensch gerne hätte.

Im Bild: die Tunnelbrust

Gotthard-Basistunnel

Quelle: Alptransit Gotthard

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Wer tief in den Berg will, muss inzwischen kilometerlange Strecken zurücklegen. Ohne eine eigens gebaut Stollenbahn geht da schon lange nichts mehr.

© sueddeutsche.de/gf

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