Trend Leihräder:Ein Jahr Radeln für 90 Euro

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Die Einheimischen, die häufig kurze Strecken von ihren Büros zum Lunch radeln, zahlen im Jahresabo rund 90 Euro. Ich wählte für meinen Kurzbesuch in Toronto die 72-Stunden-Variante für rund zehn Euro. Die Bezahlung erfolgt am Automaten jeder beliebigen Station mit Kreditkarte, wobei das System garantiehalber 250 kanadische Dollars bis zum Ablauf des Mietzeitraums einbehält. Nach dieser Anfangsbuchung sind die einzelnen Mietvorgänge einfach: An der Mietstation steckt man zur Legitimation die Kreditkarte in den Automaten, der eine für eine Minute gültige fünfstellige Pin-Nummer anzeigt. Man sucht ein Rad aus, gibt an dem Schacht, in dem der Vorderreifen fixiert ist, den Code ein. Danach kann man das Rad herausziehen - und los geht's.

Das System in Toronto befindet sich im Aufbau. Kritik erntet es vor allem deswegen, weil sich die 80 Stationen mit etwa 1000 Rädern sämtlich im Zentrum befinden und keiner der angrenzenden Stadtteile wie etwa Chester oder The Beaches am Great Lake angebunden ist. Im Stadtrat stößt Bixi mit seinen bisher 1,3 Millionen Einzelfahrten auf Kritik, weil die Stadt in den Aufbau der Stationen investiert hat, Bixi aber bisher nichts zurückzahlt. Im Juli steht die Entscheidung an, das System trotzdem weiter auszubauen.

Radler sind in Toronto flott unterwegs

Toronto ist eine Stadt für Autos; Fahrräder sind Fremdkörper im Verkehr. Viele Autofahrer machen trotz breiter Straßen dem Radfahrer nicht Platz, sondern fahren dicht an ihm vorbei. Der Stadt ist das Problem bekannt, und sie reagiert ähnlich wie Montreal: mit einer scharfen Trennung der Verkehrsteilnehmer. Bixi empfiehlt Straßen mit streng abgetrennten Radwegen; in Montreal ist man stolz auf Straßen, die komplett autofrei sind. Das Resultat ist, dass hier die Radfahrer mit gefährlich hohen Geschwindigkeiten fahren.

In Toronto stehen an vielen Parkplätzen Zip-Cars des größten Carsharing-Anbieters Nordamerikas, aber auch Smart-Zweisitzer des Stuttgarter Autoverleihers Car2go. Als deutscher Teilnehmer dieses Dienstes kann man die Autos auch in Kanada mit seiner Mitgliedskarte problemlos anmieten. Allerdings: Anders als in deutschen Großstädten kann man die Fahrzeuge nicht überall abstellen. Ein Schönheitsfehler - noch.

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