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Blow-ups:Wenn die Straße plötzlich aufplatzt

'Blow up' auf der Autobahn A5

2015 platzte die Fahrbahn auf der A 5 bei Heidelberg auf.

(Foto: dpa)
  • Bei Temperaturen ab 30 Grad können alte Beton-Autobahnen unter der Hitze aufplatzen. Dieses Phänomen nennt sich Blow-up.
  • Bisher gibt es Warnungen für zwei Autobahnen in Bayern und Baden-Württemberg. Dort wurde die Geschwindigkeit auf 80 km/h herabgesetzt. Hier gilt es besonders vorsichtig zu fahren.

Es ist ein Bild wie aus einem Katastrophenfilm: Bei Tempo 120 platzt auf einmal die Autobahn auf. Eine Alptraumvorstellung für jeden Autofahrer. Blow-up nennt sich dieses Phänomen, das vor allem bei lang anhaltendem heißem Wetter auftritt. In Hannover platzte zuletzt eine Startbahn des Flughafens auf und sorgte stundenlang für Verzögerungen.

Auch in den nächsten Tagen steigt auf Autobahnen wieder die Gefahr für die plötzlichen Straßenschäden. Eine Hitzewelle ist für ganz Deutschland angekündigt mit Temperaturen weit über 30 Grad. Wie groß ist das Risiko, von einem Blow-up überrascht zu werden? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Was ist ein Blow-up?

Bei großer Hitze ab etwa 30 Grad dehnen sich die Betonplatten der Fahrbahn aus. Die Fugen können den Druck nicht mehr ausgleichen, die Straßendecke hebt sich an und der Belag zerbröselt, kleine Betronbrocken lösen sich. Nur im Extremfall bilden sich Wellen und Erhebungen, die bis zu 50 Zentimeter hoch sein können. Besonders gefährdet sind ältere Autobahnabschnitte aus Beton mit Fugen, Nahtstellen und Reparaturen. Asphalt ist nicht betroffen. In Deutschland bestehen 30 Prozent der Fahrbahnen aus Beton, in Bayern sogar 50 Prozent.

Welche Straßen sind besonders gefährdet?

In den letzten Jahren wurden viele Streckenabschnitte saniert. Gefährdet waren vor allem die A 3, die A 92 und die A 93 in Südbayern. Hier wurden allerdings alle 400 Meter Dehnungsstreifen eingefügt, so dass sich der Beton besser ausbreiten kann. Autobahnen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, auf denen es in den letzten Jahren zu Blow-ups kam, bestehen inzwischen weitestgehend aus Asphalt, der wegen seiner größeren Flexibilität weniger anfällig ist. Die Strecken in Mittel- und Norddeutschland sind nicht so stark gefährdet, die Sonneneinstrahlung ist dort schwächer. Auf Landstraßen kommen Blow-ups nur selten vor, sie bestehen meist aus Asphalt.

Was tun die Behörden bei Blow-up-Gefahr?

Bei Temperaturen über 30 Grad kontrollieren die Autobahnmeistereien gefährdete Abschnitte mehrmals täglich. Entdecken sie eine Wölbung, sperren sie an dieser Stelle den Fahrstreifen. Die entsprechende Stelle wird mit einer Kreissäge entfernt und neu gefüllt.

Wo wird aktuell gewarnt?

Auf Teilabschnitten von zwei Autobahnen besteht zurzeit ein Tempolimit von 80 km/h. Betroffen sind in Baden-Württemberg die A 81 zwischen dem Autobahnkreuz Weinsberg und der Jagsttalbrücke Widdern in beiden Richtungen sowie die Strecke zwischen den Anschlussstellen Boxberg und Osterburken in Fahrtrichtung Norden. Auf der A7 in Bayern wurde die Höchstgeschwindigkeit zwischen Ulm und dem Kreuz Feuchtwangen ebenso in beiden Richtungen heruntergesetzt. Das Tempolimit gilt von zehn bis 20 Uhr, voraussichtlich bis zum Ende der Woche. Beobachtet wird auch ein Abschnitt südlich der Anschlussstelle Westhausen auf der A7, eine Herabsetzung der Geschwindigkeit gibt es hier aber noch nicht.

Wie kann ich mich schützen?

Vorsichtig und vorausschauend zu fahren, ist auch bei heißem Wetter die Maxime. Verringern Sie die Geschwindigkeit, halten Sie einen größeren Sicherheitsabstand. Achten Sie im Radio auf Warnungen für Ihre Strecke. Wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung herabgesetzt wird, halten Sie sich unbedingt daran. Unfälle durch Blow-ups sind zwar vergleichsweise selten, trotzdem gilt es, vorsichtig zu fahren.

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