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Bessere Wegfahrsperren:Fahrer, gib dich zu erkennen!

So sinkt das Risiko von Autodiebstählen

Um Autodieben ihr Tun künftig schwerer zu machen, forschen die Hersteller an neuen Technologien.

(Foto: Collage SZ.de)
  • Pro Jahr werden in Deutschland etwa 35 000 Autos gestohlen. Auch der Teileklau nimmt zu.
  • Die meisten Diebe gelangen dank mangelhaft geschützter Funkschlüssel in die Autos.
  • Die Hersteller forschen nach neuen Methoden, um Autodieben ihr Tun zu erschweren. Dabei setzen sie auf unterschiedliche Methoden.

Von Christof Vieweg

Turnschuhe, schwarzes Kapuzenshirt, Handschuhe - so stellt man sich im Allgemeinen die Ganoven vor, die nachts durch die Straßen ziehen und Autos knacken. Doch diese Zeiten sind längst passé: Heutige Autodiebe tragen Anzug und Lederschuhe. Sie verstecken auch keine Brechstangen oder Drahtschlingen unter ihrer Kleidung, sondern rücken mit kleinen Aktenkoffern an, in denen sich Computer, besondere Funkgeräte und ein paar Spezialstecker samt Kabel befinden. Mehr brauchen die Profis nicht, um die Codes der Funkschlüssel auszuspähen und die elektronischen Wegfahrsperren der Autos zu knacken. Das Ganze dauert oft nur ein paar Augenblicke - keine Scheibe geht dabei zu Bruch, kein Blech wird verbogen.

Mit solchen Hightechmethoden werden in Deutschland pro Jahr etwa 35 000 Personenwagen gestohlen; zwei Drittel von ihnen verschwinden für immer. Weitere 210 000 Fahrzeuge werden ausgeraubt. Über 240 Millionen Euro müssen Deutschlands Autoversicherer jährlich aufbringen, um bestohlene Autobesitzer zu entschädigen. "Besorgniserregend" nennt Bundesinnenminister Thomas de Maizière diese Zahlen und weist vor allem auf die erschreckende Entwicklung in einzelnen Regionen hin. So stieg die Diebstahlquote in Berlin binnen eines Jahres um 16 Prozent, in der ostdeutschen Grenzstadt Görlitz sogar um 44 Prozent.

Auch der Teileklau nimmt zu

Doch es sind nicht nur komplette Autos, die in immer größerer Zahl verschwinden. "Auch der Diebstahl von hochwertigen, fest eingebauten Navigationsgeräten, Airbags, Scheinwerfern und Felgen nimmt dramatische Ausmaße an", warnt André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK).

Die Diebesbanden werden laut Kripo immer dreister, aber auch technisch immer professioneller. In ihren Diensten stehen Computerspezialisten, die selbst modernste elektronische Diebstahlschutzsysteme überlisten. Das Ganze sei ein "Wettlauf mit der Täterseite" meint Thomas Ebner vom Verband der Automobilindustrie (VDA), ist jedoch überzeugt, dass die Autohersteller ihren Vorsprung immer wieder sichern werden. Doch viele Fahnder sehen das anders.

Diebstahlschutz durch Personalisierung

"Die Autobauer versichern zwar stets, dass ihre Produkte diebstahlsicher seien, aber die Realität sieht anders aus", berichtet der langjährige Kölner Oberstaatsanwalt Egbert Bülles in seinem Buch "Deutschland Verbrecherland?" (erschienen im Econ-Verlag). "Kaum hat der Autokonzern etwas Neues entwickelt, verfügt die Gegenseite schon über eine Lösung." Höchste Zeit also für die Auto-Entwickler, sich über eine bessere Technik gegen Autoknacker Gedanken zu machen.

Der Trend lautet Personalisierung: Zukünftige Automodelle sollen ihre Besitzer anhand biometrischer Merkmale erkennen. Zum Beispiel per Fingerabdruck: Der neuartige "Tenderkey", den die Potsdamer Firma Ubin AG für das "personalisierte Auto" vorgestellt hat, startet den Motor nur, wenn er zuvor die Fingermerkmale einer berechtigten Person erkannt hat.

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