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Automesse:Die Europäer und Asiaten bauen mittlerweile mehr Autos

Vor wenigen Tagen haben Toyota und Mazda entschieden, eine gemeinsame Fabrik in Alabama zu eröffnen. Sie bringt 1,6 Milliarden US-Dollar Investitionen und 4000 Arbeitsplätze in den Südstaat, in dem auch Daimler seine US-Fabrik angesiedelt hat. Im Werk der Japaner sollen bald 300 000 Autos pro Jahr vom Band rollen. Und auch, wenn die stolzen US-Autobauer das ungern aussprechen: Bereits in diesem Jahr haben asiatische und europäische Konkurrenten in Nordamerika so viele Autos gebaut wie die Big Three zusammen.

Ein Abwärtstrend, der andauert, schätzt das Marktforschungsinstitut IHS, obwohl sich die US-Konzerne abseits der Pritschenwagen mühen, den Anschluss an die "Zukunftsthemen" Automatisierung und Elektrifizierung zu halten: Im Jahr 2024 werden die Big Three nur noch 8,1 Millionen im eigenen Land bauen, sechs Prozent weniger als heutzutage - und darin ist die steigende Produktion in Mexiko bereits mitgerechnet. Die drei großen amerikanischen Autobauer sind schlicht nicht ganz so heimatverbunden, wie sich US-Präsident Donald Trump das wünscht. Ford etwa hat vor Kurzem verkündet, einen Teil der Produktion zurück in die USA zu holen. Das ist teurer, aber gefällt der US-Regierung. Anderseits will der Konzern den Bau des Kompaktwagens Focus nach China verlegen - und von dort Wagen importieren.

Hauptsache groß und schwer

Die Deutschen, also Audi, BMW, Mercedes, VW und Porsche, haben übrigens einen Marktanteil von gut sieben Prozent. Der Absatz hat sich kaum verschlechtert in Folge des Dieselskandals. Im Gegenteil: Man will Marktanteile gewinnen und zwar ebenfalls mit dem Prinzip: schwer, groß und margenstark. BMW stellt in diesem Jahr einen großen SUV namens X7 vor, Audi etwas Ähnliches namens Q8. Und Mercedes hat für seinen neuen G-Klasse-Geländewagen Detroit als Ort der Weltpremiere gewählt.

Und was ist mit Tesla, dem vierten Autobauer aus den USA, der in Kalifornien sitzt und 2017 etwa 100 000 Wagen baute? Der Elektroautopionier überholte im vergangenen Jahr zwar GM beim Börsenwert. Doch er kämpft mit dem Serienstart seines vermeintlichen Massenmodells Model 3. Für Tesla geht es dieses Jahr um alles. Der E-Auto-Anteil im Land ist derweil ähnlich bescheiden wie in Deutschland, er liegt bei 0,6 Prozent. Auch der GM-Konzern hat E-Autos im Angebot: Die recht gut bewerteten E-Modelle Bolt und Volt der Marke Chevy. Doch darüber wolle man heute nicht sprechen, sagt GM-Präsident Batey bei der Party. Heute wolle man die Silverado-Trucks feiern. Die gibt es übrigens weiterhin nicht als reine Elektromobile, aber neuerdings mit: Diesel-Motor. Um gewappnet zu sein, falls der Spritpreis wieder steigt - und die großen Wagen ins Geld gehen.

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