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Audi A3 Cabriolet:Aus Fehlern gelernt

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Gut ausgestattet kostet ein Audi A3 Cabrio 1.8 TFSI schon beinahe 45.000 Euro.

(Foto: STG)

Luxus- und Komfortextras, Navigation und Connectivity, dazu zahllose Assistenzsysteme und sogar Allradantrieb: Audi hat das A3 Cabrio runderneuert und will so den Rückstand gegenüber BMW aufholen. Eine erste Ausfahrt.

Am Anfang steht ein Eingeständnis. Dass Audi mit dem ersten A3 Cabrio nicht den wirklich großen Coup gelandet hat, ist eine Tatsache: 63.000 verkaufte Einheiten seit 2008, weltweit. Na ja. Unangefochtener Liebling in diesem Segment ist das Einser Cabrio von BMW. Von ihm setzte die Konkurrenz im gleichen Zeitraum doppelt so viele ab.

Gründe dafür gibt es genug. In erster Linie dürften das schickere Design und das bessere Konzept des Einsers den Ausschlag geben. Den entscheidenden Rüffel holte sich das A3 Cabrio, damals noch basierend auf der Plattform (PQ35) des Golf V, hauptsächlich wegen des keilförmigen, zu hoch geratenen Hecks, des kleinen Kofferraums und der bei geöffnetem Verdeck sichtbaren Überrollbügel. Intern galt das erste Audi A3 Cabrio als Schnellschuss. Volkswagen hatte es versäumt, zeitig einen Nachfolger für das Golf Cabrio zu entwickeln. Man setzte auf den Eos. So sprang Audi ein. Erst als 2011 das neue Golf Cabrio auf den Markt kam, war der Weg für die Ingolstädter frei, ein Cabriolet zu konstruieren, das wieder mehr dem klassischen Drei-Box-Design entspricht und sich somit deutlich vom Wolfsburger Bruder absetzt.

Na bitte, warum nicht gleich so, möchte man den Entwicklern nun am liebsten zurufen. Der neue offene A3 macht allein durch die jetzt versenkten Überrollbügel eine deutlich bessere Figur. Hinzu kommt das um 18 Zentimeter gestreckte Heck, das dem ganzen Wagen eine gelungenere Proportion verleiht.

Ein Golfbag passt nicht in den Kofferraum

Wunder in Sachen Kofferraum sollte man dennoch nicht erwarten. Zwar schluckt das Gepäckabteil mit 320 Liter 65 mehr als zuvor, und die Rücksitzlehnen lassen sich zwecks Erweiterung (680 Liter) zusätzlich umlegen. Doch bleibt die Öffnung recht schmal. Schon für normale Getränkekisten wird es eng. Golfer dürften gleich resignieren. Ihre Schlägerbags finden quer keinen Platz, müssen umständlich durch die Luke auf die Rücksitze geschoben werden. Konkurrent BMW ist hier deutlich kundenfreundlicher. Doch Audis Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg, selbst leidenschaftlicher Golfspieler, versichert: "Mit der nächsten Generation wird alles besser."

Erneut bietet Audi zwei unterschiedliche Verdecke an, ein normales und, optional, ein sogenanntes Akustik-Verdeck. Es reduziert die Abroll- und Windgeräusche fast auf das Niveau eines klappbaren Metalldaches. Innerhalb von nur 18 Sekunden schließt oder öffnet das Verdeck vollautomatisch. Das funktioniert selbst bei 50 km/h noch - praktisch vor allem, wenn man im Stadtverkehr von einem Regenguss kalt erwischt wird.

Auch in Sachen Zugluft leistete Audi viel Feinarbeit. Nur sanft streicht der Fahrtwind selbst bei zügigem Landstraßentempo nun über die Frisuren von Fahrer und Beifahrer. Wer es dagegen puristischer braucht und cabriogemäß urig , klappt einfach das Windschott zusammen und fährt alle vier Scheiben nach unten. Kalten Herbst- oder frischen Frühlingstagen begegnet das A3 Cabrio mit einem wohligen Warmluftstrom aus dem Sitzlehnenoberteil, zielgenau auf den Nacken gerichtet. Mercedes hat da mit seinen Cabrios vor Jahren schon gute Vorarbeit geleistet.