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AMG SL 65 BlackSeries:Black Power

Schwarz gewinnt - nicht nur im Weißen Haus: Gegen den SL 65 AMG Black Series haben wenige Sportwagen eine Chance - er bringt die Formel 1 auf die Straße. Vorausgesetzt, sie ist lang genug.

Ganz sachte windet sich der schwarze Wagen durch die Lombard Street in San Francisco. Wo in Filmen wie "Is was, Doc?" wilde Verfolgungsjagden Kinogeschichte machten, bewegt man sich in der Realität natürlich nur im Schneckentempo voran. Ein paar Touristen machen hektisch Schnappschüsse, so als ob sie ahnen, dass sich diese Gelegenheit nie wieder bieten könnte.

AMG SL 65 Black Series: Wo ist die Straße für mein Tempo?

(Foto: Foto: Pressinform)

670 PS, 1000 Newtonmeter

Denn das schwarze Ungetüm, das mit leisem Brabbeln aus dem Auspuff über das rote Pflaster schleicht, ist eines von nur 350 Exemplaren. Viele Sammler aus aller Welt werden sich um den SL 65 AMG Black Series balgen. 175 Stück gehen in die USA, nicht wenige davon dürften in Kalifornien landen. "Der Golden State ist der Booster für die Entwicklung von AMG", sagt Firmenchef Volker Mornhinweg.

Ausgerechnet Kalifornien. Nirgendwo in den USA sieht man so viele Toyota Prius wie hier. Selbst auf den Autobahnen ist bei Tempo 100 Schluss, Abweichler werden von Motorrad-Cops mit quietschenden Reifen zur Kasse gebeten. Im schwarzen AMG-Boliden scheint bei den meisten der 12 Zylinder unter der Kohlefaser-Haube gepflegte Langeweile zu herrschen. Sie könnten sich mit den 670 Pferdestärken und 1000 Newtonmetern Drehmoment zu einer Skatrunde treffen, denn auch die werden kaum gefordert. Trotzdem begleiten auf dem Highway oft hochgereckte Daumen den SL. Wie zum Gruß lässt sich der Heckspoiler des Black Series per Knopfdruck ein- und ausfahren. Große Öffnungen in der Frontschürze fächeln der Sechsliter-Maschine Frischluft zu. Die Lufteinlässe in der Haube erinnern an die markanten "Power Bulge"-Hauben alter amerikanischer Musclecars.

Kurz bevor sich der Wagen dem Laguna Seca Raceway nähert, rütteln ein paar Gasstöße den Motor aus seinem Dornröschenschlaf. Das Asphaltband der Rennstrecke glänzt matt in der Sonne, und der Black Series scheint zuhause angekommen zu sein. Schließlich wurde er vom AMG Performance Studio konstruiert, das auch für das Safety Car und das Medical Car der Formel 1 verantwortlich zeichnet. Bei Vollgas fallen die 1000 Newtonmeter - ohne elektronische Begrenzung wären es gar 1200 - gnadenlos über die Hinterachse her, und zwei Turbolader schaufeln Abgasluft im Akkord. Trotz Traktionskontrolle und Sperrdifferenzial weiß die geballte Power nicht so recht, wie sie sich auf dem Asphalt einbringen soll. Erst mit ein bisschen Feingefühl am Pedal kann man das Monster zähmen.

Das Gebrüll des Zwölfzylinders versetzt die Nackenhaare in rhythmische Sportgymnastik und lässt einen fast vergessen, wie schnell 3,8 Sekunden vorbei sein können: So früh schon klatscht die Tachonadel die 100er-Marke ab, bevor sie höheren Sphären entgegen strebt.

AMG SL 65 BlackSeries

Black Power