Alternative AntriebeE-Autos sind längst nicht alles

Ein Muldenkipper, der mehr Strom erzeugt als er verbraucht. Ein E-Roller, der einen kompletten Bierkasten kühlt. Elektromobilität wird abseits von Pkws immer spannender.

Von Michael Neißendorfer

Elektro-Muldenkipper eDumper

Der Muldenkipper eDumper ist eine Art elektromobiles Perpetuum Mobile. Er erzeugt mehr Energie, als er verbraucht. Dahinter steckt einfache Physik: Der eDumper ist bergauf nur halb so schwer wie bergab, da er seine Last, knapp 60 Tonnen Kalk- und Mergelgestein aus den Schweizer Alpen, von einem höher gelegenen Abbaugebiet in eine tiefergelegene Verarbeitungsanlage transportiert. Der 700 Kilowattstunden (kWh) fassende Akku wird allein durch Rückgewinnung der Bremsenergie bei vollbeladener Talfahrt geladen. Deshalb muss der eDumper im Gegensatz zu einem Diesel-Kipper auch nie betankt werden. Sein Betreiber spart so etwa 50 000 Liter Kraftstoff pro Jahr.

An die Steckdose muss der 590 kW / 800 PS starke Lastenkoloss trotzdem, damit er die überschüssige Energie an das Stromnetz abgeben kann. Aus den 20 Fahrten pro Schicht resultiert ein tägliches Energieplus von gut 200 kWh. Damit kann ein gängiges Elektroauto mindestens 1000 Kilometer weit fahren.

Bild: eMining AG / Andreas Sutter 13. November 2017, 12:542017-11-13 12:54:58 © SZ.de/reek/ghe