Abgasnorm Euro 6:Sauberer muss es werden

Die nächste Stufe der Abgasnorm kommt: Euro 6. Der Kampf um Partikelfilter, Dieselmotoren, staatliche Zuschüsse und Umweltzonen beginnt neu.

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Kopflos in der Umweltzone

Quelle: Pressinform

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Die nächste Stufe der Abgasnorm kommt: Euro 6. Der Kampf um Partikelfilter, Dieselmotoren, staatliche Zuschüsse und Umweltzonen beginnt neu.

Gerade ist die staatliche Förderung für die Nachrüstung von Partikelfiltern in älteren Dieselfahrzeugen ausgelaufen, da kündigt sich schon die nächste Runde im Straßenkampf an. Ab dem 1. September tritt die nochmals verschärfte Abgasnorm Euro 5b in Kraft. Im September 2014 wird dann die Abgasnorm Euro 6 für alle Neuwagen verbindlich.

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Es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese Verschärfungen auch auf die Regelung für die Umweltzonen durchschlagen wird.

Damit könnte langsam das Ende des Dieselmotors in Personenwagen eingeläutet werden - zumindest in den kleinen Fahrzeugklassen.

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Seit 2008 ist es aufgrund von EU-Vorgaben zur Bekämpfung der Feinstaubbelastung den Gemeinden erlaubt, die Einfahrt für Fahrzeuge ohne entsprechende Plakette zu verbieten. Da die aktuellen Umweltnormen ohne Partikelfilter nicht zu erreichen sind, müssen Halter älterer Fahrzeuge entweder einen Partikelfilter nachrüsten oder draußen bleiben.

Die Missachtung wird bisher mit einer Geldbuße von 40 Euro und einem Punkt im Verkehrszentralregister geahndet. Kaum ein Stadtkämmerer möchte sich die zusätzlichen Einnahmen entgehen lassen.

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Als erster Hersteller preschte der PSA-Konzern vor, um den Diesel zu retten und bot seine Peugeot- und Citroën-Diesel mit einem Partikelfilter (FAP - für "Filtre à particules") zur Abgasreinigung an.

Der französische Filter arbeitet nach ...

Im Bild: Peugeot 508 SW

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... dem Wandstromprinzip: Das Abgas muss eine poröse Wand (bei Peugeot ein Siliziumcarbid) durchströmen, die Partikel bleiben in dem Filtersubstrat hängen.

Im Bild: Siliziumkarbid für Partikelfilter

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Bei Herstellern wie Mercedes-Benz, Toyota, Opel, Ford oder BMW erfolgt die Filterregeneration ohne Additive im laufenden Fahrbetrieb. Das Abgas muss dafür aber, ehe es den Filter durchströmt, einen Katalysator passieren.

Mit zusätzlicher Kraftstoffeinspritzung, Ansaugluftdrosselung, Abgasrückführung und Ladedruckregelung wird die Abgastemperatur so gezielt erhöht, dass der abgelagerte Ruß verbrannt werden kann.

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Audi geht einen ähnlichen Weg. Hier sind der Vorkatalysator und Partikelfilter zwei getrennte Bauteile. Laut Audi erfolgt die Filterreinigung automatisch, ohne spürbaren Mehrverbrauch. Im

Bild: Partikelfilter im Audi TDI

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Bei Bosch sind Katalysator und Filter ebenfalls zwei unterscheidbare Komponenten. Dabei setzt man bei Bosch auf ein Sintermetall - statt der üblichen Keramik als Filtermaterial.

Im Bild: ein Partikelfilter der Firma HJS

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Immerhin: Fahrzeuge mit Dieselmotoren, die bereits heute die Euro-6-Abgasnorm erfüllen, hat fast jeder Hersteller bereits im Programm. Die Mehrkosten für diese Fahrzeuge belaufen sich auf 1200 bis 3000 Euro. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es auch dafür in absehbarer Zeit eine staatliche Förderung geben. Die EU hat die Weichen dafür bereits gestellt.

Dann aber fördert der Gesetzgeber den Diesel gleich zweimal. Einmal subventioniert er den Dieselmotor mit der niedrigeren Mineralölsteuer und ein zweites Mal dadurch, dass er teilweise die Kosten der Abgasreinigung übernimmt.

Dieses Problem gäbe es aber gar nicht, würde der niedrigere Mineralölsteuersatz auch für Benzin gelten. So würde sich das Feinstaubproblem ganz von selber lösen.

Im Bild: Direkteinspritzung von Bosch

© sueddeutsche.de/Pressinform/gf
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