Wie schwer waren Dinosaurier? Um 50 Tonnen verschätzt

Einige Dinosaurier könnten wesentlich leichter gewesen sein als gedacht. Zu diesem Schluss kommen britische Forscher, nachdem sie anatomische Daten heutiger Säugetiere auf das Skelett eines Sauriers aus dem Berliner Museum für Naturkunde übertrugen.

Manche Dinosaurier waren möglicherweise viel leichter als bisher angenommen. Dies legt eine Studie von Paläontologen der Universität Manchester nahe, die das Gewicht des pflanzenfressenden Sauriers Giraffatitan brancai neu bestimmt haben.

Das Skelett des Brachiosaurus brancai im Berliner Museum für Naturkunde: Der Saurier war womöglich ein Leichtgewicht.

(Foto: dpa)

Demnach wog die Riesenechse lediglich 23,2 Tonnen - und nicht, wie bisher angenommen, 50 oder gar 80 Tonnen (Biology Letters, online).

Um das Gewicht des Dinos zu bestimmen, berechneten die Forscher zunächst mittels Lasertechnik für verschiedene große Säugetiere das Volumen ihrer jeweiligen Skelette. Dabei zeigte sich, dass dieses Volumen in einem festen Verhältnis zum Gesamtgewicht des Tierkörpers steht. Außerhalb des Skelettes befinden sich große Muskelstränge. Deren Anteil am Gesamtgewicht sei bei allen großen Tieren gleich, schreiben die Forscher.

Mit diesen Daten als Referenz rekonstruierten sie das Gewicht eines Giraffatitan brancai aus dem Berliner Museum für Naturkunde. Das ermittelte Gewicht von gut 23 Tonnen ist aber nur unter der Bedingung korrekt, dass Muskeln und Körpergewicht bei den Dinos im gleichen Verhältnis standen wie bei heutigen großen Säugern.