Krähen sind kreative Handwerker. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, warum sie diesen Aufwand betreiben.
Bei der Futtersuche werden Krähen zu kreativen Handwerkern. Sie knacken Nüsse auf harten Oberflächen und stochern mit Zweigen nach Käferlarven in Baumstümpfen. Doch Jungvögel brauchen zahlreiche Versuche, bis ihnen das Larvenangeln gelingt, und selbst erwachsene Krähen kostet die Technik Zeit und Mühe.
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"Der Gebrauch von Werkzeug erschließt den Krähen eine wertvolle Nahrungsquelle, die sie mit dem Schnabel allein nicht so leicht erreichen", sagt Christian Rutz von der University of Oxford. (© Simon Walker)
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Wissenschaftler von der University of Oxford können nun erklären, warum die Tiere, die eigentlich Allesfresser sind, diesen Aufwand betreiben (Science, Bd.329, S.1523, 2010). Im Labor untersuchten die Forscher um den Zoologen Christian Rutz Futterquellen und Federn sogenannter Geradschnabelkrähen von der Insel Neukaledonien, die für den Gebrauch von Werkzeugen bekannt sind.
Dabei ermittelten sie zunächst für verschiedene Nahrungsbestandteile das Isotopenprofil, eine Art chemischen Fingerabdruck der Herkunft. Von Gewebeproben der Krähen konnten die Forscher dann anhand dieses Fingerabdrucks ablesen, welchen Anteil die verschiedenen Futterquellen an der Nahrung der Vögel hatten.
Die Larven des Bockkäfers, die sich die Krähen mit Hilfe von Zweigen aus der Rinde des Lichtnussbaums angeln, sind offenbar so fetthaltig und energiereich, dass einige wenige bereits den gesamten Kalorientagesbedarf eines Vogels decken.
"Der Gebrauch von Werkzeug erschließt den Krähen eine wertvolle Nahrungsquelle, die sie mit dem Schnabel allein nicht so leicht erreichen", sagt Rutz. Vermutlich habe sich die ausgefeilte Werkzeugtechnik der Krähen dank dieser ausgefallenen Futtergelegenheiten evolutionär durchsetzen können.
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(SZ vom 18.09.2010/liv)
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