Nun hat sich die EU-Kommission doch für ein Verbot der umstrittenen Chemikalie Bisphenol A in Babyflaschen entschieden. Der Stoff hat eine hormonähnliche Wirkung.
Brüssel hat sich nun doch für Vorsicht entschieden. Künftig darf die umstrittene Chemikalie Bisphenol A (BPA) in der EU nicht mehr für Babyflaschen verwendet werden, so die EU-Kommission.
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Ab März 2011 ist es in Europa verboten, Fläschchen mit Hilfe von Bisphenol A herzustellen. Später soll ein Importverbot für solche Babyfläschchen folgen. (© ddp)
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Demnach ist es ab März 2011 verboten, Fläschchen mit Hilfe der Chemikalie herzustellen, die hormonähnlich wirkt und Ratten in Versuchen unfruchtbar gemacht hat. Ab Juni 2011 soll dann auch ein Importverbot für solche Babyfläschchen gelten.
Offenbar hat sich die EU-Kommission nun doch gegen die Wissenschaftler des Europäischen Amts für Lebensmittelsicherheit (EFSA) durchgesetzt. Denn die EFSA hatte Ende September noch einmal bekräftigt, dass sie BPA in der zugelassenen Dosis für unbedenklich hält.
Vor zwei Jahren hatte sie die tägliche Höchstgrenze sogar von 10 auf 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht erhöht, weil ihre Experten die Daten aus Tierversuchen für irrelevant hielten. Anders als bei Ratten werde BPA im menschlichen Körper schnell abgebaut, auch im Körper von Babys, hieß es. Allerdings zeigte sich jüngst, dass chinesische Fabrikarbeiter mit hohen BPA-Werten im Urin weniger vitale Spermien besaßen (Fertility and Sterility, online).
Längst haben einzelne europäische Länder wie Frankreich und Österreich nationale BPA-Verbote angestrengt. In Kanada, Australien und mancherorts in den USA ist die Substanz, welche die Grundlage für den ebenso harten wie kristallklaren Kunststoff Polycarbonat darstellt, bereits in Produkten für Babys untersagt. Auch das EU-Parlament hatte sich im Sommer für ein BPA-Verbot ausgesprochen.
Nun erklärte der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, die aktuelle Einigung in einem EU-Expertenausschuss sei eine gute Nachricht für alle Eltern. Vom Markt ist BPA damit aber keineswegs. Es findet sich in zahlreichen weiteren Alltagsprodukten - in Lebensmittelverpackungen ebenso wie im Thermopapier der Kassenzettel.
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(SZ vom 30.11.2010/mcs)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Das erinnert an die Belastung von Teilen der Bevölkerung durch die Holzschutzmittel Pentachlorphenol (PCP) und Lindan. Erst galten die Chemikalien viele Jahre als unbedenklich, dann wurden sie verboten. Warum wohl?
"Offenbar hat sich die EU-Kommission nun doch gegen die Wissenschaftler des Europäischen Amts für Lebensmittelsicherheit (EFSA) durchgesetzt. Denn die EFSA hatte Ende September noch einmal bekräftigt, dass sie BPA in der zugelassenen Dosis für unbedenklich hält."
Und doch muss alles immer erst wissenschaftlich nachgewiesen werden, was meist erst nach Jahrzehnten des Mißbrauchs geschieht und es für Millioknen von Menschen eh zu spät ist: das rechnet sich!
Dabei gibt es Wissenschaft, die Wissen im Sinn des Menschens und des Lebens schafft und die gekaufte, korrupte W., die allerdings zu 95% den Vortritt erhält. Des Brot ich ess des Lied ich sing.
Ob Menschen aufgrund von Produkten an Krebs erkranken oder schon unser Kinder unfruchtbar werden - wen juckt's? Früher hat die Kirche die höchsten Tabus geschafffen, heute wird sie von der dunklen Wissenschaft abgelöst.