Trotz Verbot Japan fängt wieder Wale

51 solcher Zwergwale will die japanische Flotte in den kommenden Wochen fangen.

(Foto: dpa)

Dutzende Zwergwale will die japanische Flotte in den kommenden Wochen fangen - angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken. Auch eine erneute Walfang-Expedition in die Antarktis steht trotz des internationalen Verbots kurz bevor.

  • Japan will im Pazifik erneut Wale fangen. Bis zu 51 Zwergwale sollen gefangen und ihr Mageninhalt untersucht werden - das Fleisch werde zum Verzehr verkauft.
  • Das gegen Japan verhängte Walfang-Verbot gilt nicht für wissenschaftliche Forschung.
  • Japan plant auch wieder Walfang in der Antarktis - dann ebenfalls unter einem verstärkt wissenschaftlichen Anstrich.

Japan fängt wieder Wale - angeblich zu Forschungszwecken

Japan hat seine Walfangsaison zu "Forschungszwecken" vor der Pazifikküste gestartet. Japanischen Medienberichten zufolge stach die aus vier Schiffen bestehende Flotte am Sonntag von der nördlichen Hauptinsel Hokkaido aus in See. Laut Fischereibehörde soll sie bis Ende Oktober vor der Küste der Stadt Kushiro 51 Zwergwale fangen, um deren Mageninhalt zu untersuchen. So solle der Einfluss der Wale auf die Küstenfischerei untersucht werden, hieß es. Das Fleisch der Wale werde zum Verzehr verkauft.

Walfang-Verbot gilt nicht für wissenschaftliche Forschung

Zwar ist der kommerzielle Walfang seit 1986 international verboten. Japan nutzt jedoch ein juristisches Schlupfloch und setzt den Fang unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung fort. Tokio verschwieg dabei jedoch nie, dass das Fleisch der getöteten Meeressäuger in Japan verzehrt wird. Es ist die erste Jagd auf Wale vor Kushiro seit dem Urteil des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag im März, wonach Japan die angeblich zu Forschungszwecken abgehaltene Jagd auf die Wale im Südpolarmeer einstellen muss. Das bisherige Forschungsprogramm habe keinem wissenschaftlichem Zweck gedient, so die Richter. Dieses Verbot für die Antarktis will die Regierung in Tokio nun ebenfalls umgehen, indem es noch stärker als bisher auf die wissenschaftliche Ausrichtung des Walfangs in der Antarktis setzt.