Demenz, Diabetes, Herzinfarkt: In der alternden Gesellschaft Deutschlands wird die Zahl der schwerwiegenden Erkrankungen bis 2050 ansteigen - und zwar explosionsartig, heißt es in einer neuen Studie.
In den kommenden 40 Jahren wird die Zahl der schwerwiegenden Erkrankungen massiv ansteigen. Nach einer am Dienstag veröffentlichen Prognose zur Sterblichkeit werden etwa Augenerkrankungen, die zu Erblindungen führen, bis 2050 um 125 Prozent zunehmen, Herzinfarkte um 75 Prozent und Demenzerkrankungen um insgesamt 104 Prozent.
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Patient Deutschland: Nach den Hochrechnungen des Fritz-Beske-Instituts für Gesundheits-System-Forschung in Kiel werden mehrere Krankheiten 2050 deutlich häufiger vorkommen. (© SZ-Graphik: Illona Burgarth; Foto: AP)
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Das Gesundheitswesen werde dadurch an seine personellen und finanziellen Grenzen stoßen, hieß es. Den Hochrechnungen des Fritz-Beske-Instituts für Gesundheits-System-Forschung in Kiel zufolge leiden 2050 etwa 51,6 Prozent der Bevölkerung unter Bluthochdruck (42,3 Prozent 2007), 21,6 Prozent an Arthrose (2007: 16,5 Prozent), 17,6 Prozent an Rückenschmerzen (2007: 15,5 Prozent) und 16,2 Prozent an Schwerhörigkeit (2007: 10,7 Prozent).
Fünf von 22 Krankheiten werden im Vergleich zu 2007 um mehr als hundert Prozent zugenehmen, wenn man ihre Anzahl auf 100.000 Einwohner bezieht. So wird die Zahl der Lungenentzündungen um 198 Prozent steigen, die Anzahl der Augenkrankheiten mit der Gefahr einer Erblindung um 169 Prozent und die der Demenz um 144 Prozent.
Eine Oberschenkelhalsfraktur werdem sich der Hochrechnung zufolge im jahr 2050 125 Prozent mehr Menschen zuziehen. 109 Prozent mehr werden einen Herzinfarkt erleiden und 94 Prozent mehr einen Schlaganfall.
Das Institut vergleicht die Zahl der Erkrankungen mit der voraussichtlichen Entwicklung der Bevölkerungsstruktur. Danach nimmt bis 2050 die Zahl der Erwerbsfähigen um 29 Prozent ab, die der nachwachsenden Generation unter 20 Jahren verringert sich sogar um 35 Prozent. Demgegenüber steigt die Zahl der Rentner um 38 Prozent und die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre um 156 Prozent.
Krankheiten vorbeugen
Damit stehen laut Studie 2050 nur noch 1,6 Erwerbsfähige für einen nicht mehr Berufstätigen zur Verfügung. "Diese Rechnung geht nicht auf", sagte Beske. Der Forscher wies darauf hin, dass schon ab 2020 die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter eintreten. Ab dann sei zu erwarten, dass die Probleme im Gesundheitswesen stark zunehmen.
Ablesen lasse sich dies am Land Brandenburg, wo die Bevölkerungszahl schneller schrumpft als im restlichen Deutschland. Dort wandern die Jungen aus, und die Alten und Kranken bleiben zurück. Die für Gesamtdeutschland für das Jahr 2050 errechnete Fallzahl an Krankheiten werde dort schon 2030 erreicht.
Beske appellierte an die neue Bundesregierung, nach der Wahl schnell zu handeln. Es dürfe keine weitere Reform im Gesundheitswesen mehr geben, "die sich nicht daran orientiert, was an Problemen auf die Gesundheitsversorgung aufgrund der demografischen Entwicklung zukommt", erklärte er.
Der Sprecher des AOK-Bundesverbandes, Udo Barske, sagte, im Gesundheitswesen werde es künftig darum gehen, unnötige Kosten - etwa bei Arzneimitteln - zu vermeiden und die Vorbeugung von Krankheiten zu verstärken.
Die Politik werde nicht darum herumkommen, auch die Problematik der Rationalisierung zu diskutieren, warnte Beske. Es müsse deutlich gemacht werden, wofür die begrenzten Mittel im Gesundheitswesen künftig eingesetzt werden können und wofür nicht mehr.
Der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Roland Stahl, sagte der Gesundheitsbranche einen Boom voraus. Mediziner stünden bereits vor der Vollbeschäftigung. Die Politik müsse deshalb auch überlegen, wie sie Gesundheitsberufe attraktiv machen könne.
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Ich möchte Herrn Barske von der AOK vorschlagen - gilt natürlich auch für die
Kollegen der anderen Kassen wie DAK etc. doch erst einmal bei den unnötigen
Verwaltungskosten im eigenen Bereich anzufangen.
Dann könnte man natürlich auch darüber nachdenken, ob auch eine
Organisation wie in der Schweiz zugelassen werden sollte in Deutschland,
bei der sich der alternde und müde gewordenen Mensch bzw. dessen Angehörige (im Falle von Demenz etc.) um die entsprechenden Medikamente bitten bzw. diese kaufen
kann, damit er der Gesellschaft nicht zu sehr auf der Tasche liegt.
Müssen wir "älteren" fürchten, wenn wir über die Straße gehen wollen, vor
einen Pkw geschubst zu werden, weil wir den "jungen" allmählich lästig werden,
auf den Taschen liegen, die Arbeitsplätze wegnehmen???
Es ist alles abartig bzw. wird immer abartiger.
Hier geht es doch mal wieder um das Lieblingsthema der Ärzte: Rationierung der Leistungen im Gesundheitswesen. Sprich: man möchte "endlich" beschließen dürfen, wer geheilt wird und wer nicht. Eine grausame und grauenhafte Vorstellung.
Dann heißt es mehr Geld für Prävention. Ich frage aber wie will man Prävention gegen Lungenentzündung, Oberschenkelhalsbruch, und Demenz betreiben? Das kann man nicht, weil diese drei Krankheiten Erscheinungen eines alternden Körpers sind.
Am schlimmsten wird es sein, wenn die Leistungen tatsächlich rationiert werden. Denn ein wohlhabender Rentner kann seine lebensverlängernden Maßnahmen evtl. sogar selber finanzieren, wenn die Ärzte nicht bereit sind dafür Rezepte auszustellen. Gerade im Fall der Lungenentzündung: Antibiotika kosten nicht die Welt. Resultat: arme Menschen sterben viel früher als wohlhabende Menschen.
Und diese Welt will die AOK?
Feststeht eines: der Gesundheitssektor muss billiger werden und zwar auf der Ausgabenseite. Ärztegehälter gehören mit Augenmaß gedeckelt (z.B. genauso hoch wie ein Richtergehalt). Die Pharmaindustrie muss die Preise für ältere Medikamente radikal senken. Wettbewerb zwischen Apothekenketten muss hergestellt werden. Insgesamt muss das System mit dem Geld auskommen, dass bei einem Beitragsniveau von maximal 15-16% reinkommt. Mehr ist halt nicht drin.
Fussnote: Bei der Diskussion wird übrigens gerne vergessen, dass zwar die Zahl der Deutschen in Deutschland sinkt, die Zahl der Wohnbevölkerung durch Zuzug ausländischer Mitbürger aber eher stabil bleiben wird. Und diese Mitbürger werden auch hier arbeiten und Sozialbeiträge zahlen. Bloß, diesen Effekt untersucht niemand.
Klar gibt es demnächst viele Rentner und die bekommen auch die Alterskrankheiten und leben auch noch länger. Dafür haben diese vielen Rentner auch eingezahlt und zu einer Zeit, in welcher es verhältnismässig wenig Rentner gab. Wo ist die Kohle? In jeder Rechnung wird vergessen, das der demographische Faktor eine temporäre Sache ist. Diese Rentner sterben früher oder später und dann sieht es wieder anders aus. Eine Zahl von 1,6 Einzahlern gegenüber einem Rentner verändert sich dann schlagartig. Für diese temporäre Spitze sollte das Geld doch im Topf sein und es hat sich verzinst in den Wirtschaftswunderjahren, aber es ist nicht im Topf, sondern in Russland, ex. DDR, in den Koffern die Herr Kohl durch die Welt schleppte und in den Taschen der Politiker und Unternehmer die sich vom Staat holen, was dem Volk gehört.
Es gibt Jahre mit vollen Getreidesilos und mit nicht so vollen, so ist das nunmal. Jeder Bauer kommt damit klar, nur die Politik nicht.
Weg mit den Schwachkopfen! Alle sollen in die Rente einzahlen, Politiker, Lehrer, Ärzte etc.. Die Pension wird eine Rente, ist doch o.K.. Alle sollen in die KV einzahlen, dann stimmt es auch dort. Krankenhäuser, Schulen, Strassen, Altersheime etc. sollten staatlich sein, dann ist die Qualität gesichert. Es kann nicht sein, das die Gelder der KV als Dividenten und Gewinne an der Börse verteilt werden. Wofür eine Putzfrau sich abgerackert hat. Soziale Errungenschaften gehören nicht den Kapitalisten überlassen, sie sind Grundbedürfnisse des Menschen.
allerdings vergisst herr beske den medizinischen fortschritt und letztendlich: an irgendwas werden wir eben sterben, ob nun herinfarkt, schlaganfall oder lungenentzündung ....
im übrigen würde es mich freuen (und wohl auch so einige wissenschaftler), wenn herr beske den gesamtlastquotienten wenigstens marginal nennen könnte!
Eine kleine Liste mit Wahlwerbung die ich vermisse (ist wahrscheinlich einfach vergessen worden):
- Rente mit 70
- Kostenmanagement bei Pharmaausgaben
- Rentenformel wieder zurück tunen
- Höhere Gesundheitskassenbeiträge(besser -Rabatte) für selbstverschuldete Risikogruppen (Raucher, Bierspoilerträger etc.)
- bezahlbare Privatrente (bei der nicht nur der Makler verdient, ps muss ich ja jetzt machen, leider bezahle ich Versicherungen und Malergebühren statt eine Rente mit duchschnittlicher Vergütung)
... Ja das wären doch die Themen für die Wahl, dan weiter mit Vertrauen, Sicherheit, Einsatz für Arbeitsplätze ...
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