Stammzellenforschung in den USA Wieder Geld vom Staat

Die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen ist umstritten - doch in den USA können Wissenschaftler nun wieder mit staatlicher Hilfe für ihre Untersuchungen rechnen.

Wissenschaftler in den USA können nach acht Jahren Pause wieder Bundesmittel für die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen bekommen. Die staatlichen US-Gesundheitsinstitute (NIH) teilten in Washington mit, dass sie die Nutzung von 13 Linien solcher Stammzellen für die Forschungsförderung freigegeben hätten.

Diese Zellen seien in einem ethisch soliden Prozess nach wohlunterrichteter Zustimmung durch die Spender aus gespendeten Embryonen gewonnen worden, erläuterte NIH-Direktor Francis Collins.

Embryonale Stammzellen können sich nahezu unbegrenzt teilen und in alle Gewebesorten entwickeln. Die Forscher sprechen von pluripotenten Zellen. Ein ganzer Organismus kann aus ihnen jedoch nicht mehr entstehen. Alle Zellen, die aus einer Ursprungszelle durch Teilung hervorgehen, gehören zu einer Linie. Sie besitzen alle dasselbe Erbgut.

Hoffnung auf Ersatzgewebe

Mit der Forschung an embryonalen Stammzellen hoffen die Wissenschaftler, die Entwicklung des Organismus besser zu verstehen und Wege zu finden, um einmal Ersatzgewebe für schwer kranke Patienten zu züchten. Die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen ist allerdings politisch umstritten. Gegner der Stammzellforschung halten es für unmoralisch, dass dafür menschliche Embryonen zerstört werden müssen.

Der frühere US-Präsident George W. Bush hatte die staatliche Förderung aus Bundesmitteln für diese Forschung vor acht Jahren unter Verweis auf ethische Bedenken einstellen lassen. Sein Nachfolger Barack Obama hatte im Frühjahr angekündigt, dass er die Stammzellforschung wieder mit Staatsgeldern fördern will.

In Deutschland ist die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen nur unter strengen Auflagen an importierten Zellen erlaubt. Die Gewinnung eigener menschlicher embryonaler Stammzelllinien ist in Deutschland streng verboten.