Wo das spirituelle Empfinden sitzt: Die Fähigkeit, sich als Teil von etwas Größerem zu begreifen, ist offenbar in bestimmten Gehirnarealen verortet.
Wissenschaftler haben erstmals Hirnareale identifiziert, die an religiösen Erfahrungen beteiligt sind. Italienische Mediziner entdeckten an Patienten mit Hirntumoren, dass die hinteren Scheitellappen des Großhirns maßgeblich die Spiritualität eines Menschen beeinflussen.
Das Gefühl fürs große Ganze sitzt offenbar in bestimmten Gehirnregionen. (© Foto: iStock)
Anzeige
Die Forscher der Universität Udine untersuchten bei Krebspatienten das Gefühl der Selbsttranszendenz, also die Fähigkeit, sich nicht nur als Ich, sondern als Teil eines großen Ganzen zu fühlen. Die Wissenschaftler prüften, wie sich diese Eigenschaft veränderte, wenn die Tumore entfernt wurden, und glichen dies zudem mit den durch die Operation verursachten Schäden ab.
"Dieses Vorgehen erlaubt uns, die durch bestimmte Hirnverletzungen verursachten Veränderungen der Selbsttranszendenz und den Anteil der Stirn-, Schläfen- und Scheitelareale zu erforschen", sagt Studienleiter Cosimo Urgesi.
Das Resultat: Bestimmte Verletzungen der hinteren Scheitellappen beider Hirnhälften verstärkten bei den Patienten das Gefühl der Selbst-Transzendenz. Somit beeinflusse die Aktivität dieser Hirnareale die spirituelle und religiöse Haltung eines Menschen, folgern die Forscher im Fachblatt Neuron (Vol. 65, S. 309-319).
In weiteren Studien soll nun überprüft werden, ob sich durch das vorübergehende Ausschalten der Aktivitäten dieser Hirnregionen bei gesunden Menschen das spirituelle Empfinden beeinflussen lässt.
- Thema
- Gehirnforschung RSS
- Bewusstsein im Wachkoma Aus der Tiefe des Gehirns 05.02.2010
- Gehirnforschung Die Signale der Bösen 11.12.2009
- Neurowissenschaften Stromschläge für das Hirn 28.04.2010
- Hirnmanipulation Moral auf Knopfdruck 30.03.2010
- Therapie nach Schlaganfall Singend zur Sprache 22.02.2010
- Gedächtnisforschung Die Kunst des Vergessens 19.02.2010
- Was darf die Wissenschaft? Griff nach Chopins Herz 22.01.2010
(APN/sid/gal/holz)
Schuldenkrise in Griechenland
"Wissenschaftler haben erstmals Hirnareale identifiziert, die an religiösen Erfahrungen beteiligt sind."
_____________
Diese Spekulation ist nicht erstmals sondern schon älter.
Irgendwo muss das Gehirn ja tätig sein, wenn man Religiöses ausbremst. Man nennt es üblicherweise Vernunft.
Und wenn man einen 'Dachlappenschaden' hat, soll man religiöser werden ? Das hätte man sich bei Manchen auch leicht denken können.