Monatelang haben die Fraktionen im Bundestag gerungen - um nun einen Kompromiss für ein neues Organspende-Gesetz vorzustellen, der dem ursprünglichen Plan verblüffend ähnelt. Es mag viel Zeit vergeudet worden sein, aber manchmal brauchen besonders gute Kompromisse eben Zeit.
Monatelang haben die Fraktionen verhandelt, gerungen, sich getrennt und dann, weil das Thema ja allen so am Herzen liegt, doch wiedergefunden - nur um jetzt einen Kompromiss für ein neues Organspende-Gesetz vorzustellen, der dem Ursprungsplan verblüffend ähnelt. Wozu also das Theater, mag man sich da fragen, und den Abgeordneten vorhalten, bei dem wichtigen Thema so viel Zeit vergeudet zu haben.
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Nach monatelangen Verhandlungen haben sich die Bundestagsfraktionen auf einen Kompromiss zum Organspende-Gesetz geeinigt. (© dpa)
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Man könnte aber auch sagen: Manchmal benötigen gute Kompromisse eben ihre Zeit. Der jetzt gefundene Kompromiss ist besonders gut. Deutschland soll die Entscheidungslösung bekommen, das war allen Beteiligten von Anfang an klar: Mindestens einmal im Leben soll jeder Mensch über seine Bereitschaft zur Organspende befragt werden.
Aber was ist mit denen, die dazu nichts sagen wollen? Werden sie gezwungen? Oder bestraft? Darüber bestand lange Uneinigkeit - die nun zu einem ausgewogenen Mittelweg geführt hat: Es ist richtig, dass niemand Sanktionen fürchten muss, der sich nicht äußern will. Es ist aber auch richtig, dass zugleich betont wird, die Bereitschaft solle "mit so viel Nachdruck wie möglich" abgefragt werden. Was die Organspende nicht braucht, ist Zwang und Drohung. Was sie braucht, ist Aufklärung. In Regionen, wo sich darum bereits bemüht wird, ist die Bereitschaft der Menschen messbar höher.
Zentral ist deshalb auch das Bekenntnis der Fraktionen, es sei "ein gemeinsames Ziel", die Zahl der Organspender zu erhöhen. Auf diese Aussage haben Ärzte und Betroffene jahrelang gehofft. Ihre Verkündung allein nützt aber noch nichts. Der Kompromiss muss nun auch genau so in einen Gesetzentwurf einfließen - ohne weitere Verzögerungen.
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(SZ vom 25.11.2011/sebi)
Großprojekte in Berlin
Ich stimme Ihnen zu: wer bereit ist, seinen Körper ausschlachten und ausweiden zu lassen (Sie nennen es "Organspende"), nur der soll auch Organe erhalten.
Aber jenen, die sich gegen "Organspenden" aussprechen oder ausgesprochen haben, fadenscheinige Gründe zu unterstellen, zeigt, wessen Geistes Kind Sie sind: selbsternannter Gutmensch und Moralapostel, der am liebsten allen Menschen per Gesetz dazu zu zwingen, Organe "spenden" zu müssen! Ein solches Ansinnen ist eine Beleidigung!
gerne. wenn ich vorher eine schriftliche garantie vom staat erhalte, dass mir im fall des falles die selben lebensrettenden und lebenserhaltenden massnahmen zukommen wir einem nicht-spender. wohl gemerkt - ich hätte eine garantie!! kein schön-gerede und beschwichtigenden sprüche.
und solange es die nicht gibt besteht eine - zugegeben äußerst geringe, aber dennoch existente - gefahr dass ich aufgrund meiner bereitschaft anderen ein organ zu spenden mein eigenes leben riskiere.
übrigens braucht mir keiner zu erzählen, ärzte wären alle sooo neutral und objektiv. sind sie nicht. sie sind menschen. und menschen sind beeinflussbar. älterer fast toter mensch mit wenig überlebenschancen und organspender vs sehr junger mensch der dringend ein lebenswichtiges organ braucht. den rest kann man sich ja vorstellen...
nein danke!
Wie bisher ist meine Meinung: Wer selber bereit zum Spenden ist, hat vorrangig Anspruch auf ein Spenderorgan. Wer aus fadenscheinigen Gründen dagegen ist, steht halt auf Platz 3427. Wer nehmen will, muss auch geben können.