Neue Belege für Kannibalismus Bis aufs Knochenmark abgenagt

Knochenfunde aus Rheinland-Pfalz deuten darauf hin, dass Menschen ihre Artgenossen am Spieß gebraten und gegessen haben.

Archäologen haben neue Hinweise darauf gefunden, dass Menschen in prähistorischen Zeiten manchmal andere Menschen gegessen haben: Das ergab die Analyse der Knochenfragmente von rund 500 Skeletten, die auf einer 7000 Jahre alten Ausgrabungstätte aus dem frühen Neolithikum im rheinland-pfälzischen Herxheim gefunden wurden.

Die 7000 Jahre alte Knochen in Herxheim sollen Belege für Kannibalismus liefern.

(Foto: Foto: dpa)

Spuren an den zertrümmerten Knochen deuteten darauf hin, dass die Menschen wie Tiere abgeschlachtet, am Spieß gebraten und dann bis aufs Knochenmark abgenagt worden seien, berichtet der Archäologe Bruno Boulestin von der Universität Bordeaux (Antiquity, Bd. 83, S. 968, 2009).

Da die Funde aus einer nur wenige Jahrzehnte langen Periode stammen, vermutet der Forscher, dass eine vorübergehende gesellschaftliche Krise den Massenkannibalismus verursacht haben könnte. Andere Archäologen melden jedoch Zweifel an - sie halten die Funde für Überreste ritueller Bestattungspraktiken.

Die Schnauze der Erkenntnis

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