bedeckt München 13°

Archäologische Sensationen:Die Schnauze der Erkenntnis

Antiker Pferdekopf oder Steinzeit-Venus: Archäologen stoßen immer wieder auf sensationelle Objekte. Manchmal scheint jedoch der Wunsch der Vater des Gedankens zu sein.

7 Bilder

Waldgirmes, Reiterstatue, Pferdekopf, ap

Quelle: SZ

1 / 7

Antiker Pferdekopf oder Steinzeit-Venus: Archäologen bringen immer wieder auf sensationelle Objekte ans Tageslicht. Manchmal scheint jedoch der Wunsch der Vater des Gedankens zu sein.

Fund mit Biss

In Hessen sind Archäologen auf Fragmente einer 2000 Jahre alten Reiterstatue gestoßen: In einem Brunnen in Waldgirmes bei Wetzlar fanden sie den vergoldeten, bronzenen Pferdekopf des Standbildes sowie einen Schuh des Reiters. Die Überreste sollen zu den besten Reiterstatuen-Teilen gehören, die jemals auf dem Gebiet des ehemaligen römischen Reiches gefunden worden sind. Das Standbild stellte möglicherweise Kaiser Augustus dar.

Foto: AP

Rheinschiff, dpa

Quelle: SZ

2 / 7

Versunkenes Schiff

Ein uraltes Rheinschiff wurde vor einigen Wochen bei Deichbauarbeiten in einer mehr als sieben Meter tiefen Sandgrube in Düsseldorf entdeckt. Experten werteten den Fund des etwa 300 Jahre alten Wracks als bedeutend: Denn Schiffe aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit sind hauptsächlich aus alten Schriften und von wenigen Abbildungen bekannt. Doch wie sie tatsächlich gebaut waren, kann im Detail nur anhand der seltenen archäologischen Funde erforscht werden. Zunächst soll das Schiff jedoch restauriert werden.

Foto: dpa

Paulus-Grab, dpa

Quelle: SZ

3 / 7

Knochenreste im Paulus-Grab

Das Grab unter der Basilika San Paolo fuori le Mura in Rom wird dem Apostel Paulus zugeordnet - und neuere Untersuchungen bestätigen, dass dies durchaus möglich ist. So entdeckte die katholische Kirche in der Grabstätte Knochen und Überreste menschlicher Kleidung. Eine Sondenuntersuchung zeigte, dass die diese aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christus stammen - was zum Todeszeitpunkt des Apostels im Jahr 67 nach Christus passen würde.

Foto: dpa

Vogelspangen, Archäologische Staatssammlung München/ddp

Quelle: SZ

4 / 7

Bayerns China-Connection

Sie sehen hübsch, aber gar nicht so spektakulär aus: die beiden Umhangspangen, die vor ein paar Jahren bei Bauarbeiten im Münchner Nachbarort Unterhaching zum Vorschein kamen. Doch in jahrelangen Untersuchungen und Analysen stellte sich heraus, dass die sogenannten Vogelspangen und andere Beigaben, die sich in der unberührt gefundenen Grabstätte aus dem 5. Jahrhundert fanden, neue Erkenntnisse über die Anfänger der bayerischen Geschichte liefern. Danach importierten die Bewohner dieser Gegend bereits vor 1500 Jahren Stoffe und Schmuck aus China und Indien. Zudem waren sie Christen - schon lange bevor iro-schottische Wandermissionare ins Land reisten.

Foto: Archäologische Staatssammlung München/ddp

Schwäbische Venus, dpa

Quelle: SZ

5 / 7

Die schwäbische Venus

2008 fanden Forscher in einer Höhle am Fuß der Schwäbischen Alb eine kleine Venus-Figur. Das aus Mammut-Elfenbein geschnitzte, nur sechs Zentimeter große Artefakt versetzte die Tübinger Archäologen in Verzückung: Denn die Figur soll mindestens 35.000 Jahre alt sein - und wäre damit die älteste bekannte Darstellung eines Menschen.

Foto: dpa

Mammut, Elfenbein, dpa

Quelle: SZ

6 / 7

Ein Mammut aus Mammut

Aus der Phase der Altsteinzeit vor 35.000 Jahren stammt auch eine aus Mammutelfenbein hergestellte Mammutskulptur. Sie wurde 2007 bei Ausgrabungen im Landkreis Heidenheim gefunden - und gilt als ältestes, vollständig erhaltenes plastisches Kunstwerk der Menschheit.

Foto: dpa

Taposiris Magna, dpa

Quelle: SZ

7 / 7

Das Grab der Liebenden

Ein Fall, in dem wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens ist, spielt sich derzeit beim ägyptischen Tempel Taposiris Magna ab. Im komplexen Tunnelsystem unter dem Bau hoffen Forscher nämlich das gemeinsame Grab der Liebenden Kleopatra und Marcus Antonius zu finden, die sich 30 v. Chr. kurz aufeinander folgend das Leben genommen hatten. Doch während die beteiligten Personen auf eine archäologische Sensation hoffen, ist der Tenor bei unbeteiligten Wissenschaftlern ein völlig anderer: Sie sprechen von wilder Spekulation.

Foto: dpa (Text: sueddeutsche.de/gal/bön/bgr)

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite