Leck auf der ISS gestopft "Brenn das in dein Gedächtnis ein!"

Außeneinsatz: Tom Marshburn und Chris Cassidy dichten ein Leck an der ISS ab

(Foto: AFP)

Ein Leck hat die Besatzung der Internationalen Raumstation gezwungen, zwei Astronauten zu einem Außeneinsatz ins All zu schicken. Für die beiden wurde das notwendige Übel zu einem großartigen Erlebnis.

Der Anlass war unangenehm, aber die beiden Astronauten genossen trotz allem die gefährliche Mission, die sie nun erfolgreich beendet haben: "Hast du den Mond gesehen?", rief Tom Marshburn seinem Kollegen Chris Cassidy zu. "Hab ich, oh mein Gott!", rief dieser ergriffen zurück. "Brenn das in dein Gedächtnis ein!"

Die beiden Ingenieure der US-Raumfahrtbehörde Nasa sollten am Samstag während ihres mehr als fünf Stunden dauernden Außeneinsatzes ein Leck im Kühlsystem des US-Teils der Internationalen Raumstation ISS beheben. In weißen Flocken gelangte Ammoniak ins All.

Aufnahmen der Helmkamera von Chris Cassidy zeigen den Astronauten bei der Arbeit

(Foto: AFP)

Das Gas dient zur Kühlung eines Stromkreislaufs der Raumstation; eines von acht elektrischen Systemen der ISS war wegen des Lecks bereits abgeschaltet worden. Der für den russischen Teil der ISS Zuständige, Wladimir Solowjow, sprach von einem "sehr ernsten Problem".

Zunächst erwies sich Marshburns und Cassidys Mission als schwierig: Die verdächtige Pumpe, die sie ausbauten, schien auf den ersten Blick nicht die Ursache des Gasaustritts zu sein. "Sie sieht wirklich, wirklich sauber aus", sagte Marshburn. "Überraschend sauber." Gleichwohl half ihr Austausch, das Leck war gestopft.

"Wir sind sehr, sehr glücklich", sagte der Nasa-Manager Joel Montalbano in einer Pressekonferenz. Es könne allerdings noch Monate dauern, bis sicher sei, dass das Problem nicht erneut auftreten werde. Erst im November 2012 hatte es ein Leck im Kühlsystem der ISS gegeben, das etwa in demselben Bereich der Raumstation entstanden war.