Klimawandel Rekordtemperaturen in Australien und USA

Australien steckt in einer gefährlichen Hitzewelle und die USA haben im vergangenen Jahr einen Temperaturrekord erlebt. Die Extreme bestätigen die Befürchtungen der Klimaforscher.

Von Christopher Schrader

Die Menschen in Australien erleben zurzeit, welchen Schaden zwei Hochdruckgebiete im Hochsommer anrichten können. Das Land steckt in einer Hitzewelle, die bereits viele Rekorde gebrochen hat. Die beiden Hochdruckgebiete sind nacheinander langsam ostwärts über Australien gezogen und haben eine Strömung aus Norden ausgelöst, die Hitze brachte.

Darum lag am vergangenen Montag die nationale Durchschnittstemperatur bei 40,33 Grad, wie das australische Wetterbüro mitteilte; der vorige Höchststand von 40,17 Grad hatte mehr als 40 Jahre Bestand gehabt. Außerdem wurde die längste je erfasste Phase mit Tagestemperaturen über 39 Grad erreicht: sieben Tage vom 2. bis 8. Januar.

Eine Folge war eine teils extrem erhöhte Waldbrandgefahr. Zehntausende Feuerwehrleute kämpften am Mittwoch im Südosten des Landes gegen Hunderte Brände, obwohl sich die Region vorübergehend etwas abgekühlt hatte.

In großen Teilen des Bundesstaates New South Wales mit seiner Hauptstadt Sydney war das Anzünden von Feuern kategorisch verboten worden. Auf den Wetterkarten tauchte eine neue Farbe auf: Violett steht nun für Temperaturen oberhalb von 50 Grad Celsius. Am kommenden Montag erwarten die Meteorologen 52 bis 54 Grad in Zentralaustralien.

Die australische Regierungschefin Julia Gillard hat die Hitzewelle mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. "Wir wissen, dass wir als Ergebnis des Klimawandels mehr Wetterextreme erleben werden", zitiert sie der Sydney Morning Herald, was der Position von Klimaforschern entspricht.

Der Würfel, der über Sommertemperaturen entscheidet, sei gezinkt, sagte vor kurzem der Nasa-Forscher James Hansen. Wo vor 30 Jahren noch zwei blaue, zwei weiße und zwei rote Seiten für kühle, durchschnittliche und heiße Sommer standen, trage der Würfel nun viermal rot und nur noch je einmal blau und weiß.

Der heiße Sommer hatte sich in Australien seit September (entspricht dem März auf der Nordhalbkugel) angekündigt. Die vier Monate seither waren laut Wetterbüro die wärmsten in den Aufzeichnungen, 1,6 Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Das Jahr 2012 hingegen war auf dem Kontinent kaum wärmer als der Mittelwert, weil es mit einer eher kühlen Periode begonnen hatte.

Die USA hingegen haben 2012 einen Hitzerekord erlebt, wie die Wetterbehörde NOAA berechnet hat. Dort war es 0,55 Grad wärmer als im bisher wärmsten Jahr 1998 und 1,8 Grad wärmer als der Durchschnitt. Viele Teile des Landes erlebten eine schwere Dürre.