Klimawandel Jahrtausende ohne Abkühlung

Wann kommt die nächste Eiszeit? Wohl später als eigentlich erwartet. Treibhausgase verschieben die Kaltphase um 8500 Jahre, rechnen britische Forscher vor - und halten dies für keine gute Nachricht.

Das Spiel "Was wäre gewesen, wenn?" belebt nicht nur manche öde Party, sondern auch Debatten in der Wissenschaft. Im jüngsten Fall geht es um die Frage, wann ohne die vom Menschen freigesetzten Treibhausgase die nächste Eiszeit anfangen würde. Die Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil das Klima von Details der Erdbahn und der Leuchtkraft der Sonne, von Meeresströmungen und Treibhausgasen abhängt.

Ein Team um Chronis Tzedakis vom University College London hat nun diese Parameter über frühere Erwärmungszyklen verglichen (Nature Geoscience, online). Am ehesten stimmt die geologische Gegenwart demnach mit der Situation vor 780.000 Jahren überein.

Die Forscher schließen daraus, dass auf einer nicht vom Menschen beherrschten Erde die nächste Eiszeit in spätestens 1500 Jahren begonnen hätte. Der Planet besäße dann wohl wie beim historischen Vorbild einen CO2-Spiegel um 240 ppm (Teile pro Million Luftmoleküle); tatsächlich hat die Menschheit den Wert seit 1850 von 280 auf fast 390 ppm gesteigert.

Unter diesen Bedingungen dürfte die nächste Eiszeit mindestens 10.000 Jahre auf sich warten lassen, sagt Jim Channell, Koautor der Studie von der University of Florida. Er hält das für keine gute Nachricht. In der verlängerten Warmzeit dürfte der Eispanzer der Antarktis schmelzen und den Meeresspiegel hochtreiben.