Angeblich größter Dinosaurier aller Zeiten "Groß wie ein Gebäude mit sieben Stockwerken"

Der Grabungsmitarbeiter Pablo Puerta liegt neben einem Oberschenkelknochen der Dinosaurier-Überreste, die in der argentischen Provinz Chubut gefunden wurden.

(Foto: dpa)

Allein der Oberschenkelknochen ist größer als ein Mensch: Eine Forschergruppe hat in Argentinien fossile Überreste eines 40 Meter langen Dinosauriers freigelegt. Es könnte der größte und schwerste aller Zeiten sein.

Argentinische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben in Patagonien versteinerte Knochen des "größten und schwersten Dinosauriers der Welt" gefunden. Der Pflanzenfresser müsse in der späten Kreidezeit gelebt haben. Den Experten zufolge soll es sich um eine neue, bisher unentdeckte Art des Titanosaurus handeln.

Der Dinosaurier soll insgesamt 40 Meter lang gewesen sein und etwa hundert Tonnen gewogen haben, so viel wie etwa 14 Elefanten, sagte der Leiter des Paläontologie-Museums in Trelew, Ruben Cuneo, den örtlichen Medien. Die Überreste seien "sehr gut erhalten".

Die fossilen Überreste sind demnach mindestens 90 Millionen Jahre alt. Gefunden wurden sie schon 2011 von einem Bauern auf einem Feld, etwa 260 Kilometer von der argentinischen Stadt Trelew entfernt. BBC zitiert die Forschergruppe unter Leitung der Wissenschaftler Jose Luis Carballido und Diego Pol mit den Worten: "Gemessen an der Größe dieser Knochen handelt es sich bei der neuen Art um den größten Dinosaurier aller Zeiten." 150 Knochenteile hat das Team mittlerweile freigelegt, ingesamt sollen diese von sieben ausgewachsenen Tieren stammen.

Ein Forscher so groß wie der Oberschenkelknochen des Dinosauriers.

(Foto: Screenshot MEF)

Als Grundlage für die Messung diente nach Angaben der Forscher vor Ort der größte gefundene Oberschenkelknochen. "Von Kopf bis zur Schwanzspitze war der Dinosaurier insgesamt 40 Meter lang", sagte der Expeditionsleiter Carballido der BBC zufolge. "Mit erhobenem Hals war er etwa 20 Meter groß - also so groß wie ein Gebäude mit sieben Stockwerken."

"Das ist ein wahrer paläontologischer Schatz"

Der Fund sei auch wegen des guten Erhaltungszustands spektakulär, schreibt das Paläontologische Museum Egidio Feruglio (MPEF) in der Stadt Trelew auf seiner Homepage. Generell überdauern von solchen Giganten nur Fragmente, weil die Kadaver zur vollständigen Konservierung sehr schnell von Sediment abgedeckt werden müssen, etwa bei einer Flut. Die Art zählt zu den Titanosauriern, ebenso wie die ebenfalls in Argentinien entdeckten Puertasaurus und Argentinosaurus.

Am Fundort entdeckten die Paläontologen mehr als 200 Fossilien, darunter Teile von Hals, Rücken, den Großteil der Wirbelkörper des Schwanzes und Knochen der Extremitäten. "Das ist ein wahrer paläontologischer Schatz", erklärte Grabungsleiter Carballido. "Es gab viele Reste, und sie waren praktisch intakt, das passiert nicht oft." Außerdem fanden die Forscher mehr als 60 Zähne großer fleischfressender Dinosaurier, weshalb vermutet wird, dass die Titanosaurier direkt am Fundort starben. Die Pflanzenfresser hätten sich möglicherweise während einer Dürre an einem Wasserloch versammelt und seien entweder verdurstet oder im Schlamm steckengeblieben. Fleischfresser wie Tyrannotitan hätten die Tiere angefressen und sich am Panzer einige Zähne ausgebissen.

Weitere Funde zeigen, dass zu jener Zeit in Patagonien riesige Bäume gediehen. Um die Funde von der unzugänglichen Fundstelle wegzubringen, wurde eigens eine Piste angelegt. Der Leiter des Europasaurus-Projektes Oliver Wings vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover bewertet die Funde mit etwas Vorsicht. Es sei problematisch, aus einzelnen, wissenschaftlich unbearbeiteten Knochen auf Größe und Gewicht einer Art zu schließen. "Der Fund ist sehr schön, es sind viele Knochen da, aber die Länge ist geschätzt. In jedem Fall ist das aber in der obersten Liga, was die Größe bekannter Dinosaurier angeht." Letztlich müsse man die Publikation der Daten in einer Fachzeitschrift abwarten.