1942-2018 Stephen Hawking ist tot

  • Der britische Physiker ist am Mittwochmorgen im Alter von 76 Jahren gestorben.
  • Das gaben seine Kinder in einer emotionalen Erklärung bekannt.
  • Hawking galt als populärster Wissenschaftler unserer Zeit.

Der britische Physiker Stephen Hawking ist mit 76 Jahren gestorben. Das melden britische Medien. Seine Familie habe den Tod am frühen Mittwochmorgen an seinem Wohnort in Cambridge bestätigt, schreibt der Guardian. Hawkings Kinder Lucy, Robert und Tim erklärten darin: "Wir sind zutiefst traurig, dass unser geliebter Vater heute von uns gegangen ist."

Er sei ein großer Wissenschaftler gewesen und ein außergewöhnlicher Mann, dessen wissenschaftliches Erbe für viele Jahre überdauern werde. Er habe einmal gesagt, das Universum wäre keine große Sache, wenn es nicht das Zuhause wäre für die Menschen, die man liebt. "Wir werden ihn immer vermissen."

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Ärzte gaben ihm nur wenige Jahre zu leben

Der weltberühmte Wissenschaftler lebte jahrzehntelang mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer Nervenkrankheit, bei der die Muskeln nach und nach absterben. Er saß im Rollstuhl und konnte sich nur mit Hilfe eines Sprachcomputers verständigen. Als die Krankheit bei ihm im Alter von 21 Jahren diagnostiziert wurde, gaben die Ärzte ihm nur wenige Jahre zu leben.

Das trieb seinen Ehrgeiz noch an: Im Rekordtempo legte er eine wissenschaftliche Karriere hin, heiratete, gründete eine Familie. Seine Forschungen über schwarze Löcher und zum Verständnis des Universums wurden weltbekannt. Nebenbei wurde er eine Art Popstar der Wissenschaft, spielte sich selbst bei einem Auftritt in einer Folge von "Raumschiff Enterprise" und wirkte in der Zeichentrickserie "Die Simpsons" mit.

Hawking lehrte viele Jahrzehnte an der Universität Cambridge. 1974 wurde er im Alter von nur 32 Jahren zum jüngsten Mitglied der renommierten britischen Royal Society ernannt. Fünf Jahre später erhielt er in Cambridge die Lucasian-Professur für Mathematik, die einst Isaac Newton innehatte. Zu großer Bekanntheit auch außerhalb der Wissenschaft gelangte er 1988 mit dem Bestseller "Eine kurze Geschichte der Zeit", in dem er einem nicht-wissenschaftlichen Publikum die Natur des Universums erklärte.

Ein Jenseits hielt er für ausgeschlossen

Sein Privatleben war immer mal wieder für Klatsch und Tratsch gut. 30 Jahre lang war er mit seiner Jugendliebe Jane verheiratet, mit ihr hatte er zwei Söhne und eine Tochter. Nach der Scheidung brachte sie Ende der 90er Jahre ein Buch heraus, in dem sie ihn als Haustyrannen beschrieb, den sie gelegentlich daran erinnern musste, dass er nicht Gott sei.

Dass er den Nobelpreis - für den es experimenteller Nachweise bedarf - nicht bekam, fand Hawking zwar schade. Wichtiger war ihm aber der Fundamental Physics Prize - und den hatte er längst gewonnen.

Der Gedanke an den Tod habe ihn seit langem begleitet. Angst habe er davor nicht, hatte Hawking stets gesagt. Ein Jenseits hielt er für ausgeschlossen. "Ich sehe das Gehirn als einen Computer an, der aufhört zu arbeiten, wenn seine Einzelteile nicht mehr funktionieren", sagte Hawking einmal der britischen Zeitung The Guardian. "Es gibt kein Leben nach dem Tod für kaputte Computer; das ist ein Märchen für Leute, die Angst im Dunkeln haben."

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