Dinosaurier-Fußabdrücke Spuren eines Kolosses

(Foto: Holger Hollemann/dpa)
  • In einem Steinbruch bei Hannover haben Forscher die 50 Meter lange Fußspur eines Langhalsdinosauriers freigelegt.
  • Der Dinosaurier lebte während der Kreidezeit vor über 135 Millionen Jahren.
  • Die Fußspuren sind etwa 1,20 Meter lang.

Mehr als 90 Fußabdrücke eines gewaltigen Langhalsdinosauriers haben Forscher im Steinbruch in Rehburg-Loccum bei Hannover freigelegt. Die Sauropodenspuren stammen aus der unteren Kreidezeit vor etwa 135 bis 145 Millionen Jahren.

"Das Besondere sind die Spuren auf einer so langen Fläche - und der Saurier hat eine scharfe Kurve gemacht, das ist ungewöhnlich", sagt Grabungsleiter Benjamin Englich. Er gehört zum Forschungsteam des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover, das seit Anfang August im Steinbruch die Spuren konserviert.

Die Abdrücke haben jeweils einen Durchmesser von bis zu 1,20 Meter auf einer Länge von mehr als 50 Metern. "Die Spuren sind zudem erstaunlich tief, bis zu 43 Zentimeter im Boden", erklärt Englich begeistert. Vermutlich sei der Untergrund sehr weich gewesen und der Dinosaurier sehr schwer - auf rund 25 bis 30 Tonnen schätzen die Paläontologen sein Gewicht. "Die Fußform und die Schrittart ist ganz typisch für die Langhalssaurier, sie haben elefantenartige Abdrücke hinterlassen", erklärt der Grabungsleiter.

Weitere Fußabdrücke im Steinbruch

Die Forscher sind sich sicher, dass die Spur noch weiterführt. Dazu müsse aber erst weiteres Gestein abgebaut werden. "Das sind die letzten Langhalsdinosaurier in dieser Region gewesen, wir haben nur diese eine Spur gefunden und wollen versuchen, die Abdrücke vor Ort zu erhalten", sagt Paläontologin Annette Richter vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.

In dem Steinbruch haben die Wissenschaftler noch etliche weitere Fußabdrücke entdeckt - unter anderem von einem Theropoden. Der Raubsaurier hat vermutlich einige Jahrzehnte später als der Langhalssaurier dort gelebt. Im Erdreich ist ganz deutlich ein Fuß mit drei Raubklauen zu erkennen. Die Wissenschaftler interessieren sich besonders für die Veränderungen der damaligen Tierwelt. "Einige Saurier sind verschwunden, andere folgten nach", sagt Richter. Ob es eine Verdrängung gegeben habe oder andere Gründe dahinter stecken, wissen die Forscher bislang nicht. Damals herrschte in der Region ein tropisches bis subtropisches Klima. Die Landschaft bestand aus einem Lagunenbereich mit zahlreichen Inseln. Der Langhalsdinosaurier wanderte vermutlich auf der Suche nach Nahrung von Insel zu Insel durch das Flachwassergebiet.

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