Eine Welt voller Methusalems: Laut einer neuen Studie wird die Hälfte der heute Neugeborenen 100 Jahre oder älter. Einzige Voraussetzung: Sie müssen in einem reichen Land auf die Welt kommen.
Ein 100. Geburtstag wird in vielen Lokalzeitungen als besonderes Ereignis gemeldet. Vor 30, 40 Jahren war dieser Ehrentag eine Rarität, heute erreichen immer mehr Menschen dieses Alter. Bald könnten sogar große Teile der Bevölkerung ihr Jahrhundertjubiläum erleben, prognostizieren Experten.
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Ein Baby im Bremer Krankenhaus. (© Foto: AP)
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Die Hälfte aller Babys, die in reichen Ländern derzeit zur Welt kommen, könnte 100 Jahre oder älter werden. Zu diesem Ergebnis kommen Altersforscher aus Dänemark und Rostock im Fachblatt Lancet von diesem Freitag. Allerdings gilt die Vorhersage nur, wenn der seit 150 Jahren kontinuierlich ansteigende Trend der Lebenserwartung weiter anhält.
"Wenn die Lebenserwartung bald an ihre Grenzen stoßen würde, müsste sich der Anstieg verlangsamen", schreiben die Forscher. "Da dies nicht der Fall ist, scheinen wir vom Limit noch weit entfernt zu sein." Die Wissenschaftler um Kaare Christensen und James Vaupel vom Max-Planck-Institut für Bevölkerungsforschung in Rostock haben die Alters- und Krankheitsentwicklung in zahlreichen Industrienationen untersucht. Daten zeigen, dass von den Frauen, die 1950 ein Alter von 80 Jahren erreicht hatten, 15 Prozent auch ihren 90. Geburtstag erlebten. 2002 schafften bereits 37 Prozent diesen Zehn-Jahres-Zeitraum.
Die Menschen werden nicht nur älter, sie bleiben auch länger gesund und selbständig. Viele von ihnen können deshalb bis ins hohe Alter ohne fremde Hilfe auskommen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Immer weniger Menschen müssen körperlich schwer arbeiten. Die Ernährung ist in den reichen Ländern besser geworden und die Zahl derer, die Sport treiben und auf ihre Gesundheit achten, nimmt zu.
Von Interventionisten und Nihilisten
Forscher kennen diese Gruppe als "Interventionisten" - das sind zumeist Frauen -, die nicht rauchen, wenig Alkohol trinken, gesund essen und wenig Stress haben. Gestört wird die Entwicklung allerdings durch die Gruppe der "aktiven Bonvivants" - stark übergewichtige, viel arbeitende und rauchende Männer. Auch die "Nihilisten", korpulente Nichtsportler, die nichts für ihre Gesundheit tun, vermasseln die Statistik.
Insgesamt führen die Änderungen der Lebensführung und die Fortschritte der Medizin dennoch dazu, dass die Menschen immer länger leben. "Die 75-Jährigen heute sind vermutlich so leistungsfähig, wie es die 65-Jährigen vor 30 Jahren waren", sagt Martin Halle, Direktor des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der Technischen Universität München. "Das macht bestimmt zehn Jahre mehr in der Lebenserwartung aus."
Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes beträgt die Lebenserwartung für neugeborene Jungen in Deutschland 77,2 Jahre, für Mädchen 82,4 Jahre. Jedes Jahr steigt sie um drei Monate. Die Differenz von 5,2 Jahren zwischen den Geschlechtern ist immer kleiner geworden. In den 1970er Jahren betrug sie sieben Jahre, 1993 waren es noch 6,5. Die Unterschiede im Arbeits-, Freizeit und Ernährungsverhalten zwischen Mann und Frau werden geringer. Aus Studien in Klöstern weiß man aber, dass die Angleichung biologische Grenzen hat. Auch wenn ihr Tagesablauf ähnlich ist, leben Nonnen ein Jahr länger als Mönche.
Die stetig steigende Lebenserwartung bringt zwar viele Vorteile mit sich - im Bundespräsidialamt führt sie allerdings zu mehr Arbeit. Traditionell gratuliert der Bundespräsident zum 100. Geburtstag. Während es 1991 "nur" 1745 Jubilare in Deutschland gab, wurden 2007 bereits 5120 Gratulationen zum Hundertsten ausgesprochen.
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(SZ vom 2.20.2009/mati)
Streit um Parteispitze bei der Linken
Schirrmacher, übernehmen Sie.
Es ist richtig, Bismarck hat die Rente ab dem 71. Lebensjahr eingeführt, für Menschen, die vorher starben ein schlechtes Geschäft.
Aber: Ein Arbeiter zahlte etwa 50 Pfennig im Monat in die Rentenkasse und war dann auch gegen Invalidität versichert. Schon besser.
Aber: In den Statistiken ist natürlich die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit enthalten. Meine 4 Uromas hatten ungefähr 30 Kinder großgezogen, aber mehr als 10 Totgeburten und gestorbene Säuglinge. Wer mal 6 Jahre alt war, konnte durchaus auch 70 oder 80 werden. Schon besser.
Aber: Wie alt wir und unsere Eltern werden, hat nicht viel mit unserer Rente zu tun. Entscheident ist immer: Wie viele Arbeitende können für wieviele Rentner aufkommen. Zur Zeit sind das 29 Millionen soz.vers.pfl. Beschäftigte für 20 Millionen Rentner. Aber wir hätten auch noch 10 Millionen Arbeitssuchende, die gerne arbeiten würden, aber keinen Arbeitsplatz finden.
In 50 Jahren haben wir etwa 25 Millionen Rentner, entscheident ist dann, wieviele oder wenige Arbeitslose wir dann haben, um die zu ernähren. Genügend arbeitswillige Menschen dafür gibt es auch 2059.
1883 also etwa zur Einführung der Rentenversicherung erreichten Frauen ein mittleres Alter von 40,4 Jahren (Männer: 37,2). 2006 erreichten Frauen im Mittel 82,4 und Männer 77,1 Jahre.
Bei dieser Entwicklung dauerhaft bei einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren bleiben zu wollen dazu braucht es schon die völlige Mißachtung der Lebenswirklichkeit wie es meines Wissens ausschließlich Anhänger der Linken fertig bringen.
Das bedeutet im Klartext: Hier wird die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 80 vorbereitet... anonsten wäre der Beitrag ja herrlich zweckfrei.
Mir tun die unter 40-jährigen von 2050 jetzt schon leid. Ich wohne in einer "beliebten Urlaubsregion", die weitgehend befreit ist von Menschen zwischen 0-50 Jahren.
Paging