Drei oder 130 Arten täglich? Die Angaben, wie viele Arten aussterben weil ihre Umwelt zerstört wird, gehen weit auseinander. Offenbar ist die übliche Methode, das Ausmaß zu berechnen, alles andere als optimal.
Zwischen drei und 130 Arten sterben jeden Tag aus, meldet die Naturschutzorganisation WWF. Die schwammige Angabe lässt ahnen, welch große Schwierigkeiten es Artenschützern bereitet, etwas zu zählen, das es nicht mehr gibt.
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Ein Stirnlappenbasilisk in Costa Rica. Es ist nicht einfach, festzustellen, wie viele Arten in einem Gebiet aufgrund der Umweltzerstörung tatsächlich verschwinden. (© AFP)
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Die dazu übliche Methode führe häufig dazu, dass das Ausmaß des Artenschwundes stark überschätzt werde - manchmal um mehr als das anderthalbfache, warnen Fangliang He und Stephen Hubbell (Nature, Bd.473, S.368, 2011).
Die Biologen von den Universitäten im chinesischen Guangzhou und in Los Angeles kritisieren - nicht als erste Forscher - die Praxis, den Artenschwund indirekt anhand des Verlustes an Lebensraum zu bemessen. Zwar erscheint dieses Vorgehen zunächst logisch, denn einer der wichtigsten Faktoren für die Artenvielfalt ist die Größe des verfügbaren Lebensraumes.
Auf einer eng begrenzten Fläche leben deutlich weniger Arten als auf einem nur wenig größeren Areal. Erst wenn man ohnehin schon große Gebiete betrachtet, schwächt sich die Beziehung zwischen Artenanzahl und Flächengröße ab. Dieses Wissen lässt sich mathematisch in der sogenannten Arten-Areal-Kurve ausdrücken. Sie nutzen Ökologen auch, um zu prognostizieren, wie viele Arten verschwinden werden, wenn zum Beispiel ein Waldstück um ein Drittel seiner Fläche schrumpft.
Dieses einfache Modell hat jedoch einen Nachteil: Es stimmt nicht mit der Wirklichkeit überein. Wenn beispielsweise auf einem Kontinent statt der errechneten 120 nur 80 Vogelarten ausgestorben sind, wird der Artenschwund um das Eineinhalbfache überschätzt, wie die Modellierungen von He und Hubbell gezeigt haben. Diese Ergebnisse bedeuteten allerdings nicht, dass der Verlust von Lebensraum oder das Problem des Artenschwundes unbedenklich sei, schreiben die Autoren: "Nichts könnte unpassender sein als diese Folgerung."
Allerdings plädieren die Forscher dafür, das bisher gebräuchliche Modell zu erweitern. Entscheidend ist vor allem das Wissen darüber, wie sich die Individuen der untersuchten Art über das verlorengegangene Gebiet verteilt haben. Die einfachste Annahme, dass ein Waldstück von zum Beispiel 30 Quadratkilometern überall gleichmäßig von den Vögeln einer Art bewohnt wird, dürfte so gut wie nie zutreffen.
Abhängig von Pflanzenbewuchs, Bodenbedingungen und Nahrungsangebot enthält jeder Lebensraum Bereiche, die kaum ein Tier einmal aufsucht. Wird nun ausgerechnet eine solche Fläche gerodet, dürfte das die Vögel kaum stören. Andererseits gibt es im selben Waldstück auch Areale, die vielen Individuen auf kleiner Fläche Nahrung, Schutz vor Feinden und Brutmöglichkeiten bieten. Fällt ein solches Gebiet - und mag es noch so klein sein - plötzlich weg, kann dies den Fortbestand der Vogelart erheblich bedrohen. Um diese Zusammenhänge wissen Artenschützer zwar schon lange.
Doch Daten darüber, wo genau sich eine Art in ihrem Lebensraum aufhält, seien trotz der Dringlichkeit des Themas noch immer rar, schreiben He und Hubbell.
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(SZ vom 19.05.2011/mcs)
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..ja das ist ja halb so schlimm. Überflüssiger Artikel. Da Artensterben an sich ein Problem ist, ist es nicht so sehr von Belang von ob 80 oder 120 Arten aussterben. Schon eine ist zu viel.
...denn es sterben nunmal Arten unwiederbringlich aus und zwar durch des Menschen Einfluss. Das wäre wie wenn sich die Feuerwehr bei einem brennenden Haus darüber streitet ob es jetzt extrem brennt oder nur stark brennt - statt zu löschen...
riskante vertuschung schreibt
"Für den Lebensraum unserer Kinder und Kindeskinder."
den Massen der Zukunft -- die hoffentlich Pressemeldungen gegenüber skeptisch bleiben ..
wer nur die Überschrift liest, möchte meinen, dass es kaum ein Artensterben mehr gibt.
Die Massen lesen nur die Überschrift und es könnte passieren, dass sie die Natur in Zukunft noch mehr vernachlässigen, mit kathastrophalen Folgen.
Mich ärgert diese Gedankenlosigkeit:
Wer so eine Überschrift erfindet, hat vermutlich gar keinen richtigen Bezug mehr zur Natur und weiß gar nicht wie schlimme Folgen es haben kann wenn auch nur eine Art, wie zum Beispiel die Biene stirbt .
Bitte überdenken Sie in Zukunft, was Sie schreiben! Für den Lebensraum unserer Kinder und Kindeskinder.
Nix für ungut
mit freundlichen Grüßen