Artensterben Das Schwinden der Wirbellosen

Noch sieht man sie, aber fraglich ist, wie lange das so bleibt. Etliche Schmetterlinge, darunter die meisten Bläulinge, sind vom Aussterben bedroht.

(Foto: Peter Bauersachs)

Insekten, Spinnen, Schnecken, Würmer sind nicht populär, aber wichtig für Ökosysteme und Landwirtschaft. Daher ist es eine alarmierende Nachricht, dass binnen 35 Jahren fast die Hälfte der wirbellosen Tiere ausgestorben ist.

Von Christian Weber

Wirbellose Tiere wie Insekten, Spinnen, Krebstiere, Schnecken und Würmer genießen zwar nicht die Popularität von Pandas und Delfinen, sie sind aber dennoch außerordentlich wichtig für den Menschen: Sie sorgen für die Bestäubung, beseitigen Ungeziefer, halten den Nährstoff-Kreislauf in Gang und beteiligen sich bei der Filtrierung des Wassers etwa in Bächen und Teichen. Umso gravierender ist eine Studie, die ein Forscherteam um den Biologen Rudolfo Dirzo von der Stanford University jetzt im Fachmagazin Science (Bd. 345, S.401, 2014) veröffentlicht hat.

Demnach sind binnen 35 Jahren im Durchschnitt 45 Prozent der Wirbellosen von der Erde verschwunden. Ein wesentlicher Grund für dieses Artensterben sei zum einen der Habitatverlust, unter anderem dadurch bedingt, dass sich im gleichen Zeitraum die Zahl der Menschen verdoppelt hat.

Hinzu kämen die Folgen des globalen Klimawandels. "Wir sind schockiert, dass wir bei den wirbellosen Tieren ähnliche Verluste beobachten wie bei den größeren Tieren", sagt Co-Autor Ben Collen. "Wir dachten bislang eigentlich, dass diese Arten widerstandsfähiger sind."