Antarktis UN-Gericht verbietet Japanern Walfang

Harpunierter Wal vor einem japanischen Walfangschiff in antarktischen Gewässern.

(Foto: AFP)

Japan muss den Walfang in der Antarktis beenden, entscheidet der Internationale Gerichtshof. Mit "wissenschaftlichen Zwecken" habe die Jagd nichts zu tun. Japan reagiert enttäuscht.

Das höchste UN-Gericht hat Japan den Walfang in der Antarktis verboten. Dieser Walfang diene kommerziellen und nicht wissenschaftlichen Zwecken, urteilte der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag. Japan müsse deshalb die Jagd auf die Meeressäuger beenden.

Tokio müsse sämtliche Genehmigungen und Lizenzen zurückziehen, die es im Rahmen eines Abkommens über die Jagd zu wissenschaftlichen Zwecken vergeben habe, sagte der Vorsitzende Richter Peter Tomka bei der Verlesung des Urteils. Neue Genehmigungen dürften nicht erteilt werden. Die Entscheidung des Gerichts fiel mit zwölf zu vier Stimmen.

Japan gibt bei

Die japanische Regierung erklärte in einer Stellungnahme, sie bedaure die Entscheidung des IGH und sei enttäuscht. Als Staat, der internationales Recht achte, wolle man dem Urteil aber Folge leisten.

Japan hatte stets beteuert, das vom IGH beanstandete Forschungsprogramm "Jarpa II" diene wissenschaftlichen Zwecken, die gefangenen Wale seien "wissenschaftliche Proben". Die Jagd diene etwa dem Zweck, Ökosysteme zu überwachen. Allerdings macht die Regierung keinen Hehl daraus, dass das Fleisch getöteter Wale in Japan auch verzehrt wird.

Die Richter entschieden dagegen, die Jagd diene nicht der Wissenschaft (hier finden Sie die Kurzübersicht des Urteils). Nicht tödliche Methoden seien nie Gegenstand der Untersuchungen gewesen, das deute auf kommerzielle Absichten hin. Ebenso bemängelten die Richter, die Fangquoten seien ungenügend begründet, das Programm ohne zeitlichen Horizont angelegt, insgesamt habe es nur "begrenzten wissenschaftlichen Output" hervorgebracht.

Norwegen und Island halten an Jagd fest

Australien hatte 2010 vor dem IGH Klage gegen Japan eingereicht. Nach Angaben der Regierung in Canberra töteten japanische Walfänger seit 1988 mehr als 10.000 der Meeressäuger. Den kommerziellen Walfang hatte die Internationale Walfang-Kommission bereits 1986 verboten.

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßte das Urteil als "längst überfällig", auf Twitter feierten Nutzer die Entscheidung.

Laut der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd ist das Verbot des japanischen Walfangs in der Antarktis entscheidend für das Überleben der Wale in der Region. Neben Japan bekennen sich auch Norwegen und Island zur Jagd auf die Meeressäuger. Sie betreiben ungeachtet des Moratoriums kommerziellen Walfang und berufen sich dabei auf ihre Traditionen.

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