Werbetour für Investoren startet angeblich Montag Facebook soll am 18. Mai an die Börse

Der Termin für den spektakulärsten Börsengang des Jahres soll feststehen. In zwei Wochen will Mark Zuckerberg Medienberichten zufolge Facebook an die Börse bringen. Doch sein Geschäftsmodell steht in der Kritik. Werbeleute fragen sich: Was bekommen wir eigentlich für unsere Anzeigen?

Schon am 18. Mai könnte es ernst werden für Mark Zuckerberg. Dann will der Firmengründer Facebook Medien zufolge an die Börse bringen. Das soziale Online-Netzwerk werde am kommenden Montag seine Werbetour bei potenziellen Investoren starten, berichten das Wall Street Journal und Reuters. Allerdings wachsen die Zweifel daran, wie effektiv Facebook Anzeigen schaltet - Werbeeinnahmen sind essentiell für das Geschäftsmodell.

Ein Facebook-Mitarbeiter im kalifornischen Hauptquartier des Konzerns vor einem der vielen von Kunstwerken inspirierten Logos, die dort die Wände schmücken.

(Foto: dpa)

Über den Termin für den Milliarden-Börsengang wird seit Wochen heftig spekuliert. Lange war mit Mitte bis Ende Mai gerechnet worden. Vor kurzem hatte der US-Fernsehsender CNBC dann berichtet, eine Verschiebung in den Juni sei wahrscheinlich, unter anderem weil die Unterlagen um den Zukauf der Fotoplattform Instagram ergänzt werden mussten und Zuckerberg zu beschäftigt gewesen sei.

An einigen der Gesprächen mit Investoren im Rahmen der "Road Show" werde CEO Zuckerberg persönlich teilnehmen. "Facebook ist Mark Zuckerberg und Mark Zuckerberg ist Facebook", sagte eine anonyme Quelle dem Blog All Things Digital des Wall Street Journals. "Er wird seine Arbeit als Chef machen wie immer."

Der Schritt wird als einer der größten Börsengänge eines Technologieunternehmens seit Google 2004 gehandelt und mit Spannung erwartet. Das Unternehmen will bei der Emission der Aktien etwa fünf Milliarden Dollar erlösen, Beobachter halten aber auch zehn Milliarden für möglich.

Viele Anleger sind begeistert wegen Facebooks Börsengang, andere fragen sich aber immer öfter, ob Zuckerbergs Firma ihr Geld wert ist. Erst vergangene Woche musste das Unternehmen die Zahlen in seinem Börsenprospekt korrigieren. Die Kosten stiegen, Umsatz und Gewinn gingen zurück.

Geld verdient Facebook mit Anzeigen, die auf die Benutzer des sozialen Netzwerk zugeschnitten werden. Doch auch jene, die große Werbetats verwalten, sind sich nicht ganz sicher, was Werbung auf Facebook wirklich bringt. Das Wall Street Journal zitiert Michael Sprague, einen der Marketing-Chefs des Autobauers Kia, der auf Facebook Anzeigen schaltet. "Die Frage mit Facebook und vielen Social-Media-Seiten ist: 'Was bekommen wir für unsere Dollar?'"

Auch der Chef der großen Werbeagentur WPP, Martin Sorrell, warnte Unternehmen, blind auf Werbung in sozialen Netzwerken zu setzen: "Der Bereich ist sehr sexy, und Klienten sind fast planlos eingestiegen, weil es in Mode ist." Facebook verprellt Marketingleute auch durch ihrer Meinung nach schwachen Service. So soll der Konzern keine große Hilfe sein, wenn es darum geht, Reaktionen der User auf Anzeigen zu messen.