Die Fusion von VW und Porsche kennt einen klaren Verlierer: Für Wendelin Wiedeking wird das Zusammenschweißen der Firmen wohl die letzte Heldentat. Er ist ein Chef auf Abruf.
Es sieht so aus, als habe Porsche-Chef Wendelin Wiedeking den Kopf gerade noch einmal aus der Schlinge ziehen können. Es war ja immerhin sein letzter Plan, Volkswagen und Porsche zu fusionieren - und der hat den Familien-Clan der Piëchs und Porsches offenbar überzeugt.
Es sollte der ganz große Coup werden: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wollte Volkswagen beherrschen - jetzt fusionieren die beiden Konzerne. (© Foto: AP)
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Ein Jahr, so die Prognosen, soll das Zusammenschweißen der beiden Autofirmen dauern. In einer neuen Holding und unter einer einheitlichen Führungsgesellschaft werden dann zehn Marken nebeneinander stehen. Porsche reiht sich also ein mit den VW-Billigmarken Skoda und Seat.
Allein daran ist schon zu erkennen, dass Wiedeking, der Chef des Sportwagenbauers aus Zuffenhausen, von Turbo-Speed auf Normalgeschwindigkeit heruntergeschaltet wurde. Seinen Job rettet er mit dem Gentlemen's Agreement von Salzburg wohl nur für kurze Zeit. Der neue starke Mann in dem Verbund ist sein Widersacher, der Technikfreak Ferdinand Piëch, der dem Aufsichtsrat von VW in Wolfsburg vorsteht.
Zusammen mit Finanzvorstand Holger Härter hat sich Wiedeking bei Volkswagen massiv verspekuliert - und Porsche auf die schiefe Bahn gebracht. Was für ein Abstieg! Eben noch galt der gebürtige Westfale, der Porsche vor vielen Jahren übernahm und aus der Krise brachte, als Held der Wirtschaft - einer, der wegen des VW-Deals übergangsweise mehr Gewinn als Umsatz meldete und der 2008 auf 100 Millionen Euro Jahressalär kam.
Die neue Wahrheit ist, dass Mr. Porsche schon jetzt nicht mehr haltbar ist. Er darf noch den Kapitän in schöner Uniform geben, der als Letzter das sinkende Schiff verlässt. Offiziell wird er als letzte große Heldentat kommunizieren können, Porsche in die noch zu gründende neue Auto-Holding zu fusionieren.
Aber stimmt das überhaupt mit der "Fusion"? Das würde gleich starke Partner voraussetzen, was bei Porsche und VW jedoch definitiv nicht der Fall ist. Hier kommen vielmehr zwei völlig verschiedene Partner zusammen - und nur einer kann Kommandogeber sein.
Auch wenn nahezu sämtliche Details zur Zukunft der Zwangsverheirateten derzeit völlig offen sind - die Trümpfe liegen in Hannover und Wolfsburg. Da ist zum Beispiel der VW-Großaktionär Niedersachsen mit Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) als Strippenzieher - er wird gut finden, was Wiedeking schlecht findet. Die VW-Gewerkschaftler, die in Wiedekings Eroberungsphantasien nur für eine Rolle am Katzentisch vorgesehen waren, dürften sich auch freuen, ihre Waffe Mitbestimmung einzusetzen. Und natürlich sind da Altmeister Piëch und sein VW-Vorstandschef Martin Winterkorn, die genaue Vorstellungen über die Zukunft des Konzerns haben.
"Alle rühren da mit" - so hat Porsche-Mann Wiedeking das Machtgefüge in Wolfsburg vor rund einem halben Jahr in einem Interview selbst beschrieben. Damals gab der Charakterkopf noch den Optimisten: "Am Ende wird das für alle eine gute Geschichte." Doch die Zuffenhausener Allmachtsphantasien zerplatzten wie Seifenblasen - wegen der größten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren. Das Zehn-Milliarden-Euro-Loch in der Porsche-Kasse lässt sich nicht wegträumen.
Am Ende ist Wiedeking gescheitert. Sein Name taugt nicht mehr als Synonym für Porsche. Die Zeiten, als Piëch den Manager lobte und das Verhältnis zwischen den beiden als sehr vertrauensvoll galt, sind längst vorbei. Auch Ferdinand Piëchs einziger Kritikpunkt an Wiedeking, der habe nie eine richtige Niederlage einstecken müssen, hat sich relativiert. Der gescheiterte Beherrschungsvertrag - VW hätte seinen Gewinn an Porsche abführen müssen - ist Wiedekings größte Niederlage. Da nutzen auch die Dienste von Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche nichts mehr.
Wiedeking ist ein Macher auf Zeit. Piëch aber ist Chef auf Dauer.
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(sueddeutsche.de/jja)
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endlich mal ein wirklich guter Beitrag! aber wenn Sie sich die Beitrage der Wiedeking-Fans durchlesen (was Sie sicher getan haben), werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass man leider nur geneigt sein wird, Ihren voellig richtigen Beitrag nur zur Kenntnis zu nehmen.
anschliessend kommen solche Ausreden wie: "der Weltmarkt zwingt uns dazu" ecc; dass persoenliche Eitelkeiten und die Reife betreffende menschliche Unzulaenglichkeiten letztendlich die Triebfeder fuer solche chaotischen FusionsFehlplanungen sind, gibt man dann ungern zu.
Seit Jahrtausenden gibt es ein Leiden, dem auch noch heute Manager verfallen, wenn sie den "Hochsitz" eines großen Unternehmens erklommen haben: Sie werden unzufrieden mit der Größe ihres Unternehmens und wollen noch größer werden. Dieser sehr verbreitete "Alexanderkomplex" bringt die Betroffenen dazu, hohe Risiken einzugehen, um ein weltumspannendes Unternehmensreich zu schaffen, "..in dem die Sonne nicht mehr unter geht". Die einen wollen ihr Unternehmen vergrößern, die anderen ihr Vermögen. In beiden Fällen sind sie Opfer ihres Begehrens nach schierer Größe. Wobei sie nicht allein ihr persönliches Leben und Vermögen aufs Spiel setzen, sondern überwiegend das der anderen. Deren Maßlosigkeit, die nicht allein mit Gier zu erklären ist, hat nunmehr ganze Volkswirtschaften im globalen Maßstab ruiniert. Diese Krise beweist uns, daß Menschen nur im begrenzten Umfang zu sozialer Verantwortung fähig sind.
Wir brauchen deshalb sehr viele kleine flexible Unternehmen und Banken, anstelle dieser Großunternehmen, die das einzelne Menschlein nicht wirklich führen kann. Unternehmensgrößen sollten deshalb auf ein menschliches Maß beschnitten werden. So, daß ein Versagen einzelner nicht gleich tausende Arbeitsplätze zerstört oder gar regionale Volkswirtschaften ruiniert. In der Politik hat man die Gefahr des Größenwahns durch eine Verfassung entschärft. In der Wirtschaft, steht diese Maßnahme noch aus. Das ist verständlich, denn nach dem Ende der Hitler-Diktatur konnte niemand ahnen, daß es einmal Unternehmen geben würde, deren Größe auch die kompetentesten Manager irgendwann überschnappen läßt, weil diese letztlich auch nur Menschen sind. Und das bedeutet: Der persönliche Erfolg, das schwer erkämpfte gesellschaftliche Ansehen, stehen in Konkurrenz mit der sozialen Verantwortung. Die weltweite Krise der Banken, der Unternehmen und der Volkswirtschaften hat eines bewiesen: Die soziale Verantwortung hat als Maßstab für Managerentscheidungen diesen Konkurrenzkampf deutlich verloren. Vorgänge wie "Daimler/Chrysler","Merckle", "Scheaffler/Conti" "Porsche/VW" und ebenso viele Fusionen oder Übernahmen bei den Finanzinstituten sollten als Fallbeispiele in ein medizinisch-psychiatrisches Lehrbuch übernommen werden, unter der Rubrik: pathologische Indikationen für "Verlust adäquater Selbstwahrnehmung" und "unternehmerischer Soziopathie".
Genau, das ist's. Der deutsche Staat übernimmt Opel und Wiedeking baut Opel zum einzigen profitablen Autokonzern mit alternativen Antriebskonzepten um. OK, ein paar Modelle mit fossilen Antrieben dürfen bleiben, aber das Augenmerk muss auf neuen, anderen und CO2 freien Antrieben liegen. Wenn er das schafft, dann ist er für mich wirklich der Meister aller Klassen und er kann soviel verdienen, wie er will.
Hallo Herr teichelbaer. Nett dass Sie mich direkt ansprechen. ich weiss nicht so ganz genau, ob Sie jetzt glauben, den Qualitätsstandard mit Ihrem Beitrag entscheidend gehoben zu haben, indem Sie mir unterstellen, ich würde keiner geregelten Tätigkeit nachgehen. Aber um es mal ganz allgemein zu sagen: Es ist mir ziemlich egal, ob Sie nun von meinen Beiträgen berauscht sind oder nicht. Wenn Sie mögen können SIe für solche Beiträge gerne das Gästebuch nutzen. Zumindest das sollte selbst Ihnen eingängig sein.
Ist der Zirkus noch so klein, einer muß der August sein.
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