Vorwurf der Steuerhinterziehung Deutsche-Bank-Mitarbeiter aus U-Haft entlassen

Keine Fluchtgefahr: Eine Woche nach der Razzia in der Deutschen Bank ist ein Mitarbeiter wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Drei weitere sitzen noch ein.

Eine Woche nach der Großrazzia bei der Deutschen Bank ist einer der vier in Untersuchungshaft sitzenden Mitarbeiter wieder auf freiem Fuß: "Der Verdacht der Verdunkelungsgefahr ist entfallen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Günter Wittig. Daher sei der Banker am Dienstagabend aus der Untersuchungshaft entlassen worden, eine Kaution sei nicht nötig gewesen. Die drei übrigen Verdächtigen blieben bis auf weiteres in Haft. Der Staatsanwalt wollte sich zum Namen und der Funktion des Freigelassenen nicht äußern.

Die Bild-Zeitung berichtete vorab unter Berufung auf Sicherheitskreise, es handele sich um den stellvertretenden Geldwäschebeauftragten der Bank. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt war zunächst nicht erreichbar. Auch die Deutsche Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die Ermittler hatten bei Deutschlands größtem Geldhaus am vergangenen Mittwoch eine große Fahndungsaktion gestartet. Etwa 500 Polizisten und Steuerfahnder waren am Hauptsitz des Instituts eingerückt. Auch Wohnungen und Büros in Berlin und Düsseldorf wurden durchsucht.

Die Razzia stand im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Steuerbetrug beim Handel mit CO2-Zertifikaten. Insgesamt wird gegen 25 Mitarbeiter der Bank ermittelt, darunter auch Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzchef Stefan Krause.

Fitschen hatte sich vergangene Woche bei Hessens Minsterpräsident Volker Bouffier über die Razzia beschwert. Nach Vorwürfen, das Verfahren gegen sich mit seinen politischen Kontakten beeinflussen zu wollen, hat Fitschen seinen Anruf inzwischen als Fehler bezeichnet.