Volkswagen VW macht mehr Gewinn als vor dem Abgasskandal

Trotz Dieselkrise sind die Zahlen von VW gut.

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  • Trotz Dieselkrise stieg der Erlös bei VW auf 11,4 Milliarden Euro.
  • Ohne die Belastungen aus der Abgasaffäre wäre der Gewinn aber wohl noch deutlich höher ausgefallen.

Empörung über Affentests, sinkende Dieselverkäufe, drohende Fahrverbote: Der Abgasskandal und seine Folgen belasten den VW-Konzern auch zweieinhalb Jahre nach seinem Auffliegen. Wirtschaftlich steht das Unternehmen allerdings so gut da wie lange nicht mehr. Der operative Gewinn stieg im vergangenen Jahr um rund 95 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,1 Milliarden Euro). Übrig bleibt ein Nettogewinn von 11,4 Milliarden Euro, teilte der Autohersteller mit. Grund für die guten Zahlen sind laut Konzern die kräftig gestiegenen Auslieferungen und weitere Sanierungserfolge der Hauptmarke VW

Volkswagen hat damit im verrgangenen Jahr mehr Geld verdient als 2014 - damals wusste die Welt noch nichts von manipulierten Autos aus dem Hause VW. Ohne die Belastungen aus der Abgasaffäre wäre der Gewinn wohl noch deutlich höher ausgefallen. Mehr als 25 Milliarden Euro hat der Konzern inzwischen für Strafzahlungen, Nachrüstungen und die Aufarbeitung der Krise verbucht. So heftig wie im Jahr 2015, als VW den größten Verlust seit 80 Jahren vermelden musste, trübt die Krise das Geschäft aber nicht mehr.

Asien ist für VW ein wichtiger Markt

Auch die Diskussion um den Diesel kann VW bislang gut verkraften. Über mögliche Fahrverbote wird vor allem auf dem Heimatmarkt Deutschland diskutiert, wo besonders viele Dieselfahrzeuge zugelassen sind. Im Ausland spielt die Technik meist eine wesentlich kleinere Rolle. Den Großteil seiner Fahrzeuge verkauft VW ohnehin längst im Ausland.

Größter Absatzmarkt war im vergangenen Jahr Asien. VW verkaufte dort mehr als 4,5 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 5,1 Prozent. In Deutschland, wo VW etwa 1,3 Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkauft, ging der Absatz um 0,4 Prozent zurück.

Jetzt hören: Der SZ-Podcast über die Abgasaffäre mit Klaus Ott und Max Hägler: