Verbraucherschutz Barclays will Kundendaten verkaufen

Die britische Großbank will ihre Kundendaten nutzen: Fotos, Stimmaufzeichnungen und Facebook-Kommentare will Barclays künftig weiterverkaufen. Auch die Politik soll von den Daten profitieren.

Wofür Verbraucher ihr Geld ausgeben, interessiert nicht nur Firmen. Wie der Guardian berichtet, will die britische Bank Barclays von Herbst an ihr Wissen über die Ausgabegewohnheiten ihrer Kunde an Dritte weiterverkaufen. Die Daten können auch an Ministerien und Parlamentsmitglieder weitergegeben werden, die dadurch mehr über die Interessen in ihrem Wahlkreis erfahren könnten, heißt es.

Mehr als 13 Millionen Kontoinhaber sollen davon betroffen sein. Barclays informierte sie in einem Brief über die geplanten Änderungen. Zu den betroffenen Daten gehören "Fotos und Stimmaufnahmen" der Kunden sowie Kommentare in sozialen Medien wie Facebook und Twitter, die bei einer Interaktion mit der Bank gemacht wurden. Die gesammelten Informationen sollen zusammengefasst werden, um Trends zu zeigen. Individuen könnten nicht identifiziert werden, zitiert der Guardian die Bank.

In dem Brief teilte das Geldhaus Barclays auch mit, dass es Mobiltelefon-Daten sammeln will, die Aufschluss darüber geben, wo sich der Kunde befindet. Allerdings soll das nur dann passieren, wenn ein Betrug vermutet wird. Die Daten über den Aufenthaltsort könnten dann mit dem Ort der verdächtigen Transaktion abgeglichen werden.

Erst kürzlich ist Barclays in Deutschland in Kritik geraten. Der Bank wird vorgeworfen, mit Aktiengeschäften den deutschen Fiskus geprellt zu haben. Dabei soll es um Hunderte Millionen Euro gehen.