Urteil im BayernLB-Prozess Gribkowsky muss achteinhalb Jahre in Haft

Der ehemalige Vorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, muss ins Gefängnis. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass er Schmiergeld von Formel-1-Boss Ecclestone angenommen hat. Das Urteil ist eines der härtesten, das in Deutschland jemals gegen einen Bank-Vorstand ergangen ist.

Der ehemalige Banker Gerhard Gribkowsky muss in Gefängnis. Das Landgericht München I hat den früheren Risikochef der BayernLB zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Gribkowsky hat gestanden, Schmiergeld in Millionenhöhe vom Formel-1-Chef Bernie Ecclestone angenommen zu haben.

Die Wirtschaftsstrafkammer sah es als erwiesen an, dass der 54-Jährige sich 2006 beim Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB an den britischen Investor CVC bestechen ließ - mit knapp 44 Millionen Dollar. Das Schmiergeld habe er nicht versteuert, urteilte das Gericht, und hat deshalb den ehemaligen Spitzenbanker wegen Bestechlichkeit in Tateinheit mit Untreue und Tatmehrheit der Steuerhinterziehung verurteilt.

Das Landgericht sei dem Geständnis gefolgt und halte es nicht für ein taktisches Manöver gegen Ecclestone, sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll bei der Urteilsverkündung. "Das Geständnis passt ins Bild."

Mit dem Urteil blieb Richter Noll am Mittwoch unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die zehneinhalb Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf eine konkrete Forderung verzichtet. Sie hatte aber argumentiert, Gribkowsky sei von Ecclestone "verführt" worden.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer zuvor Ecclestone scharf angegangen, wie Sie hier nachlesen können. Auch das Gericht nahm sich Ecclestone an, der gute Gründe für den mit Schmiergeld forcierten Verkauf gehabt habe: "Die Banken waren mehr als lästig", sagte Richter Noll. Ecclestone hatte befürchtet, dass die Banken ihn als Eigentümer aus der Formel 1 hätten drängen könnten.

Das Urteil ist eines der härtesten, das in Deutschland jemals gegen einen Bank-Vorstand ergangen ist. 2010 verhängte das Landgericht Düsseldorf gegen den ehemaligen Chef der IKB, Stefan Ortseifen, eine zehnmonatige Bewährungsstrafe und eine Geldauflage von 100.000 Euro. Er hatte den Markt manipuliert, indem er die Lage der Bank in der Finanzkrise beschönigt hatte. Klaus-Rüdiger Landowsky, einst Vorstandschef von Berlin Hyp, wurde 2007 wegen Untreue zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Bundesverfassungsgericht hob die Strafe aber 2010 auf.