Die Erosion gemeinschaftlicher Werte ist in der Wirtschaft weit fortgeschritten - und sie war ein Auslöser für die Wirtschaftskrise. Die Unternehmen haben sich gewandelt.
Exzessive Boni empören seit Monaten die Öffentlichkeit. Die Diskussion ist emotional und wird vor allem über Faktoren wie Neid, Gier oder moralische Entrüstung geführt. Man fragt sich, ob die Führungsetagen nicht aus den Exzessen gelernt haben, die maßgeblich zur derzeitigen Wirtschaftskrise geführt haben.
Welchen Zweck haben Unternehmen und Banken innerhalb unserer Gesellschaft? Die Diskussion muss ganz neu geführt werden. (© Foto: dpa)
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Trotzdem ist die Diskussion oberflächlich, da sie sich nicht wirklich mit dem befasst, worum es eigentlich geht, nämlich um den Zweck eines Unternehmens (und auch der Banken) innerhalb unserer Gesellschaft und die Rolle, die Führungskräfte innerhalb von Unternehmen auszuüben haben. Die Bonus-Diskussion ist eigentlich nur Symbol eines viel tieferen Wandels, der sich in der gesamten Wirtschaft vollzieht. Das Thema ist wichtig, denn dieser Wandel zieht schwerwiegende soziale Folgen nach sich.
Viele Gruppen hängen am Erfolg des Unternehmens
Vor bald 40 Jahren definierte ich zum ersten Mal die "Stakeholder"-Theorie des Unternehmens. Die Stakeholder-Theorie geht davon aus, dass das Unternehmen eine soziale Gemeinschaft mit einer Reihe von "Stakeholders" ist, das heißt Gesellschaftsgruppen, die mit dem Unternehmen direkt, aber auch indirekt verbunden sind und die vom Erfolg des Unternehmens abhängen. Dazu gehören natürlich die Aktionäre und Kreditgeber, aber auch die Mitarbeiter, die Kunden, die Lieferanten, der Staat und vor allem auch das Gemeinwesen, in dem das Unternehmen tätig ist.
Die Grundidee für das jährliche Davoser Treffen war es, eine Plattform zu schaffen, bei der Manager mit ihren Stakeholders zusammentreffen und ihre gegenseitige Verantwortung besprechen können. Die Stakeholder-Theorie macht die Unternehmensleitung zu Treuhändern all dieser Stakeholders und nicht nur der "Shareholders", also der Aktionäre.
Die Stakeholder-Theorie geht ganz allgemein von dem Prinzip aus, dass jedes Individuum in Gemeinschaften eingebunden ist, in denen nur durch das Zusammenwirken aller das gemeinsame Wohl gefördert werden kann - auch der Unternehmenserfolg ist in dieses Zusammenwirken eingebunden.
Die gesellschaftliche Erosion, die wir in den letzten Jahren nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik und anderen Bereichen beobachten konnten, ist auf eine Aushöhlung dieses Gemeinschaftsgedankens zurückzuführen. Diese Erosion gemeinschaftlicher Werte ist vor allem in der Wirtschaft weit fortgeschritten und war ein Auslöser für die jetzige Wirtschaftskrise und ihre Folgen.
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Aufstände in Syrien
... hier wirklich noch gefehlt ! Sonst wüßten wir garnicht , auf welch unterirdischem intellektuellen Niveau die Vermögensprivilegierten und ihre Funktionsidi*ten des Systems eine angenehme elitäre Ideologie für sich zusammenschwurbeln !
Danke bestens , und kuren Sie schön in Davos !
Um es vorweg zu nehmen: Gegen die Pervertierung des Systems reicht es nicht, jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu jagen mit mehr oder weniger klingenden Namen. Auf den Begriff Stakeholder bzw. dessen Schöpfung stolz zu sein, mag eine Hilfe zur Beurteilung Klaus Schwabs darstellen; daraus eine Einordnung unter "feinste Sahne" zu erwarten, hieße, mit der Plattheit anderer zu rechnen, die von der eigenen Person her vertraut vorkommt.
Wenn Davos bzw. das WEF als Musterbeispiel für Kommunikation aller involvierten Gruppen in der industriellen Gesellschaft hingestellt wird, dürfen sich alle freuen, derlei Smalltalk überhaupt zu überleben. Die alljährliche Zelebration einer Wagenburg im Graubündner Land glänzt darin, "unter sich" zu sein - für die Insider die perfekte Illusion der klassenlosen Gesellschaft. Für die, die diesen Hochsicherheitstrakt von außen betrachten müssen, gibt es alternierend Tränengasschwaden und Gummigeschosse.
Reinhard Mohn, einer der Mitinitiatoren des WEF in den 70ern, hat in seinen Imperien Mohndruck und Bertelsmann aus Angst vor der "inneren Kündigung" eine im wahrsten Sinne des Wortes bestechende Unternehmenskultur gepflegt; mit Genußscheinen für die lieben Mitarbeiter (ohne Stimmrecht selbstverständlich) und ähnlich einlullenden Leistungen. Jahrzehntelang war das ein Bollwerk gegen gewerkschaftliche Aktivitäten, an kaum einem Punkt zu knacken.
Das "Stakeholder-Konzept" scheint der vermeintlich erledigten Rolle der Gewerkschaften Rechnung zu tragen. Kommunikation, wenn sie dann überhaupt stattfindet, spielt sich über Kimme und Korn ab. Möglich, daß so mancher Einfaltspinsel, der sich für kreativ hält, eine Rechnung ohne den Wirt zu machen beliebt. Totgesagte leben bekanntlich länger.
Der Beitrag weist auf zwei wichtige Punkte hin:
1. Das Monopolyspiel in der Wirtschaft
2. Gefahr von sozialen Unruhen
Zu Punkt 1
Vollkommen richtig: Die Unternehmen sollten im Einklang mit dem Wohl der Gesellschaft arbeiten.
Und damit automatisch auch im Einklang mit dem Wohl der Natur.
Wenn es der Umwelt schlecht geht, geht es uns auch schlecht, egal ob Einkommen gerecht sind oder nicht.
Zu Punkt 2
'Soziale Unruhen' sind Stufe 1, Stufe 2 nennt sich dann 'Buergerkrieg'!
Die 'Franzoesische Revolution' laesst gruessen!
Menschen wie dieser neoliberale Psychopath Westerwelle sollten mal darueber nachdenken! Aber diesen Menschen ist es anscheinend egal was in 5, 10 oder 20 Jahren mit dieser Welt passiert?!
Ich habe 4 Kinder und ein Enkelkind!
Mir ist es nicht egal!!!!
Paradigmenwechsel?
Schwab behauptet - ganz politisch korrekt -
das System in dem wir uns bewegen hätte sich zum Nachteil des Menschen verändert.
Wer hat das System gemacht?
Eine abstrakte Macht oder die Menschen des Systems selbst ?
Ist Mensch schlechter geworden?
Oder hat sich vielleicht die Wahrnehmung verändert? -Ist es nicht vielmehr so, dass gewisse utopische Vorstellungen über die gute Natur des Menschen Raum im Bewusstsein Vieler ergriffen haben? -
Und nun beklagt man lauthals,
dass der Traum und Realität nicht übereinstimmen?
Kann man Menschen zum Besseren hin verändern? Womöglich per ordre mufti?
Womöglich durch Regulierung?
Haben uns nicht Viele versucht dieses Hirngespinst zu verkaufen? Mit welchem Ergebnis?
Analog: Schafft Rechtsgebung denn Gerechtigkeit?
Oder ist diese Vorstellung eher einer bewusst geschürten Naivität geschuldet?
Schafft ein Mehr an Rechtsgebung ein Mehr an Gerechtigkeit?
Oder vielleicht sogar das Gegenteil???
Das ist leider so gewollt! Die deutsche Wettbewerbsfähigkeit hat sich nach anderen Studien in den letzten Jahren um 30% verbessert. Da können auch die Gewerkschaften nicht viel ausrichten. In manchen Bereichen verabschieden sich die Unternehmen aus dem Flächentarifvertrag mit allerlei "kreativen" Methoden. So braucht man keine Tariflöhne mehr zu zahlen. Das Mantra heißt heute Export. Die Inlandsnachfrage bleibt unberücksichtigt. Ich frage mich immer wieder, wo denn unsere Viel gerühmten " Volkswirte" bleiben. Und wenn wieder einmal die Inlandsnachfrage zurückgegangen ist, gibt es ein lautes Lamento. Schizophrener geht es wohl auch nicht!
Paging