Umstrittener Nahrungsmittelkonzern Monsanto gewinnt Lebensmittelpreis für genmanipuliertes Saatgut

Er gilt als Oscar der Nahrungsmittelbranche: Der Monsanto-Manager, der seit Jahrzehnten genmanipuliertes Saatgut entwickelt, bekommt den World Food Prize. Einer der Spender hinter der Stiftung heißt - Monsanto.

Robert Fraley, hochrangiger Mitarbeiter des Konzerns Monsanto, ist mit dem World Food Prize ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit zwei anderen Wissenschaftlern, dem Belgier Marc Van Montagu und Mary-Dell Chilton aus den USA, gewann der Pionier der Biotechnologie den mit 250.000 Dollar dotierten Preis.

In der Nahrungsbranche gelte der World Food Prize als Äquivalent zum Oscar in der Filmbranche, schreibt die New York Times. Der Preis habe andererseits den Ruf, industrienah zu sein, schreibt die Zeitung. So spendeten in der Vergangenheit viele Konzerne Geld an die Stiftung, die den Preis vergibt. Allein Monsanto hat demnach im Jahr 2008 fünf Millionen Dollar überwiesen.

Es ist das erste Mal, dass der Preis für Leistungen im Bereich der Genmanipulation vergeben wird. Fraley, der bei Monsanto als Executive Vice President und Chief Technology Officer arbeitet, ist einer der Strategen hinter Monsantos Engagement im Bereich genmanipulierter Saaten, heißt es in der Laudatio.

"Diese drei Wissenschaftler werden geehrt für ihre individuellen Leistungen in der Gründung, Entwicklung und Anwendung von moderner Agrar-Biotechnologie", sagte Kenneth Quinn, Präsident der World Food Prize Foundation, die die Auszeichnung vergibt. Das Vergabekomitee betonte, dass gentechnisch veränderte Pflanzen höhere Erträge böten und resistenter gegen schlechtes Wetter und Krankheiten seien.

Präsident Kenneth Quinn verteidigte die Entscheidung des Vergabekomitees für die Gentech-Forscher. Die Spenden von Großkonzernen wie Monsanto hätten keinen Einfluss auf die Preisvergabe gehabt.