Eigenes Personal ist auf Dauer zu teuer: Die Lufthansa will erstmals Leiharbeiter in der Kabine einsetzen. Für Maschinen, die derzeit an dem neuen Flughafen in Berlin stationiert werden, stellt ein Personaldienstleister rund 200 Stewards und Stewardessen ein.
Die Lufthansa setzt erstmals auf Leiharbeiter an Bord: Für 15 Maschinen, die derzeit an dem neuen Flughafen in Berlin stationiert werden, stellt der Hamburger Personaldienstleister Aviation-Power rund 200 Flugbegleiter ein. Diese sollen in den neuen Maschinen das klassische Lufthansa-Kabinenpersonal ersetzen, sagt die Lufthansa, die damit einen entsprechenden Bericht in der Rheinischen Post bestätigt. Die von Berlin aus angeflogenen Ziele sollen von acht auf 38 aufgestockt werden.
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Turbulente Zeiten für die Lufthansa - die Airline passt ihre Pläne der schwächeren Nachfrage an. (© dapd)
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Allerdings spricht die Lufthansa nicht von Leiharbeitern - auch wenn die Verträge der Mitarbeiter nicht mit der Lufthansa, sondern mit Aviation-Power abgeschlossen werden. Die Fluggesellschaft argumentiert, dass die neuen Mitarbeiter nach Lufthansa-Kriterien ausgebildet würden und auch das gleiche Einstiegsgehalt wie die Flugbegleiter der Lufthansa erhielten.
Die Verträge sind auf zwei Jahre befristet, dann müssen die Mitarbeiter zurück zu Aviation-Power. Anschließend können sie erneut für zwei Jahr zur Lufthansa gehen, erhalten aber wiederum nur das Einstiegsgehalt. Die Lufthansa will so Kosten sparen. Die Kunden sollen aber keinen Unterschied spüren, versichert der Sprecher. Das Modell könnte später auch in anderen Standorten zum Tragen kommen.
Die Einstiegsgehälter für Stewards und Stewardessen liegen bei der Lufthansa bei etwa 1700 Euro. Beim Personaldienstleister werde es keine tariflichen Gehaltszuwächse nach Alter mehr geben, hatte es in der Rheinischen Post geheißen. "Genau darauf wollten wir uns ja mit der Kabinen-Gewerkschaft UFO einigen", zitiert die Zeitung einen Sprecher, "aber da die Verhandlungen ergebnislos blieben, haben wir uns für den Einsatz eines Personaldienstleisters entschieden."
Leiharbeit? Nicht doch!
Weiterhin heißt es in dem Brief der Lufthansa an das Personal, aus dem die Zeitung zitiert, der Schritt sei notwendig, "um im ausgesprochen preissensiblen Berliner Markt erfolgreich in den Wettbewerb starten zu können."
Schon im November vorigen Jahres hatte der Lufthansa-Chef Christoph Franz in einem Interview gesagt, von Leiharbeit könne "keine Rede sein". Die in Berlin eingesetzten Flugbegleiter "werden nicht weniger verdienen, aber eben befristete Arbeitsverträge erhalten". Nun wird deutlich: Das Einstiegsgehalt ist offenbar tatsächlich gleich. Aber auf eine Gehaltsentwicklung nach Tarif müssen die neuen Leiharbeiter-Stewardessen verzichten.
Franz hatte damals auch gesagt: "Auf Dauer sind 38,5 Arbeitsstunden pro Woche einfach zu wenig." Ohne Lohnkürzungen müsse man "an andere Dinge heran". Jetzt zeigt sich, was das Herangehen bedeutet.
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(Süddeutsche.de/beitz/hgn/hgn)
Dazu nur noch drei Dinge: 1. Wo haben Sie denn etwas von "Paradies" gelesen? Dort kommen Sie maximal hin, wenn Sie von Ihren 42 Arbeitsstunden dahingerafft wurden und ein guter Mensch waren. Wir leben hier tatsächlich weder im Paradies noch im Schlaraffenland. Das ist aber etwas anderes als die "Massenarmut", die Sie hier (wie wahrscheinlich bei jeder tariflichen Nullrunde) ausgerufen haben. Und darauf wird man ja wohl noch hinweisen dürfen, um die Kirche im Dorf zu lassen. 2. Dass Ihre eigene Produktivität wirklich gestiegen ist, glaube ich jedenfalls nicht unbesehen. Deswegen leuchtet mir auch nicht ein, mit welchem Recht Sie offenbar in der sozialen Hängematte liegen wollen, die Ihr Großvater und andere mit ihrer offenbar härteren Arbeit für Sie aufgespannt haben. Und 3. Keine Sorge, ich laufe Ihnen nicht über den Weg. Denn wenn ich das Büro verlasse, befinden Sie sich mit Sicherheit bereits am Strand, in der Bar oder vor der Glotze, bei diesen Arbeitszeiten...
schon richtig. ich freu mich jetzt schon auf das protestgetöse wenn plötzlich überall die preise angehoben werden und der deutsche wutbürger sturm läuft.
leiharbeit ist definitiv nicht die erstrebenswerteste beschäftigung aber auch für die leiharbeitsfirmen gilt das deutsche arbeitnehmerschutzgesetz. allerdings umfasst dieses gesetz nicht unbedingt die höhe der löhne. da müssten dann schon die leiharbeitsfirmen verboten werden.. und das wird wohl kaum passieren solange die sich soweit wie notwendig an die gesetze halten. außerdem würden durch so ein verbot tausende menschen ihre arbeit verlieren. und was dann?? so einfach ist das nicht.
1967 durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wurde die Arbeitnehmerüberlassung ermöglicht. In der Folge wurde 1972 das AÜG erlassen. Das war unter Brandt. 1984 wurde dieses Gesetz dann kontinuierlich weiterentwickelt. Das war auch nicht Rot-Grün.
Na und wer hat die Leiharbeit erfunden ? Nein , diesmal nicht die Schweiz. Riiiiichtig, es war Rot/Grün, die uns diese Schande der "Liberalisierung des Arbeitsmarktes" auftischten. Konkret zu Lufthansa: Um diese Airline mache ich künftig sowas von einem großen Bogen und kann nur hoffen, dass viele Reisende zu gleichen Überlegungen gelangen.
Die Spargeilheit kann völlig ohne Reue ausgelebt werden von jedem Konsumenten, wenn der Gesetzgeber endlich mal unterbindet daß Arbeitnehmer sittenwidrig ausgenutzt werden ! Ebenso wie er zB unbotmäßige Umweltbelastungen unterbindet und auch ansonsten für die Einhaltung der guten Sitten zu sorgen hat ! Nur beim Arbeitnehmerscutz scheint er zu versagen, und der Verbraucher soll es richten ? Ne danke, wofür haben wir Gesetze ?! Also lasst es bitteschön immer auf den Sparern herumzureiten, öknonomisch zu sein ist doch keine Sünde !
Paging